Corona

"Für die Kinder ist das eine Tragödie": Wegen der verschärften Massnahmen können im Baselbiet viele Jugendliche nicht mehr trainieren

Der Kanton Baselland hat die Maskenpflicht verschärft. Die Gastronomie kann aufatmen, doch für den Jugendsport sind die Anpassungen verheerend.

Zara Zatti
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Fussball ist für Jugendliche erst mal tabu.

Fussball ist für Jugendliche erst mal tabu.

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Seit zwei Tagen gelten im Baselbiet strengere Covid-Massnahmen als vom Bund vorgegeben. Die für viele wohl einschneidendste Massnahme ist die Ausdehnung der Maskenpflicht auf alle Innenräume – selbst, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Für viele Arbeitnehmer bedeutet das: Mehrere Stunden Maske tragen im Büro.

Maske auch bei zwei Mitarbeitern im Grossraumbüro

Nachdem der Kanton die neuen Bestimmungen am Mittwoch bekannt gegeben hatte, herrschte auch in der Gastronomie-Szene zuerst einmal Verunsicherung und Verwirrung. Ihre Befürchtung: Die Gäste müssten neu, auch wenn Sie am Tisch sitzen, eine Maske tragen und diese nur beim Essen und Trinken ablegen können. Doch der Kanton winkt ab. Am Tisch darf man den Restaurantbesuch nach wie vor ohne Mundschutz geniessen. Damit ändert sich für die Gastronomie nicht viel. Denn die Mitarbeiter tragen schon seit längerem eine Maske. Genauso wie die Gäste, wenn sie nicht am Platz sitzen.

Doch wieso muss man eine Maske im Büro tragen, auch wenn der nächste Mitarbeiter drei Meter entfernt sitzt? «Wenn jemand im Büro positiv getestet wird, ohne dass die Mitarbeiter eine Maske tragen, dann müssen alle in Quarantäne. Haben sie aber Masken getragen, dann muss nur die positiv getestet Person in Isolation», erklärt Jürg Sommer vom Amt für Gesundheit. Dass hingegen die Restaurants offenbleiben sollen, gehört für Sommer zur Strategie «Leben mit Covid»: «Wir versuchen die Massnahmen so zu konzipieren, dass wir gut geschützt sind, ein Leben aber noch möglich ist.»

Harte Konsequenzen für den Jugendsport

Die zweite Anpassung betrifft den Jugendsport. Konkret gelten die vom Bund vorgegeben Massnahmen neu auch für Jugendliche ab 12 Jahren. Bisher lag die Grenze bei 16 Jahren. Das heisst: Sport drinnen bei einer Gruppengrösse bis zu 15 Personen nur noch mit Maske und Abstand, draussen mit Maske oder Abstand. Jegliche Sportarten mit Körperkontakt sind jetzt auch ab 12 Jahren verboten.

Für viele Sportarten heisst das faktisch ein Trainingsstillstand bei den Junioren. Für die C-Junioren beim SC-Binnigen etwa steht fest: Die nächsten zwei Monate können sie nicht trainieren. «Für die Kinder ist das eine Tragödie», sagt Trainer Mario Hueber.

Auch der Turnverein Gelterkinden hat den Betrieb nach der Hiobsbotschaft am Mittwoch gänzlich eingestellt. «Die Nachricht vom Kanton kam zu diesem Zeitpunkt überraschend», sagt Präsident Tomaso Bitterlin. Zwar sei Kraft- oder Techniktraining theoretisch noch möglich, das allein mache aber wenig Sinn. Zudem könne etwa beim Geräteturnen das Trainieren mit Maske schnell auch gefährlich werden.