Aesch

Frischer Wind rund um das Hallenprojekt: Aesch glaubt wieder an den Dom

Im Sommer gabs noch coronabedingt finanzielle Bedenken. Doch jetzt treibt der Gemeinderat das Hallenprojekt wieder voran.

Michel Ecklin
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Mit dem Sitzesponsoring wurden bereits 19000 Franken gesammelt.

Mit dem Sitzesponsoring wurden bereits 19000 Franken gesammelt.

zvg Gemeinde Aesch

Auf Birsstadt-TV wirbt derzeit der Aescher Gemeindeverwalter Roman Cueni dafür, Sitze des zukünftigen Doms zu sponsern. Wer das tue, werde dann in der «Wall of Fame» der Sport- und Kulturhalle aus Holz verewigt. «Uns ist als Gemeinde wichtig, dass jeder dazu beitragen kann, dass dieses tolle Projekt auch umgesetzt wird», sagt er. «Wir sind voll auf Kurs.»

Dabei hatte die Begeisterung für den Dom noch vor wenigen Wochen einen Dämpfer erhalten. Zwar hatte bis zum Sommer der Gemeinderat immer wieder betont, für das 19,5 Millionen Franken teure «Leuchtturmprojekt» werde keine Steuererhöhung nötig sein, die Gemeinde habe genug Reserven. Doch wegen Corona stand die Finanzierung Ende August plötzlich auf wackligen Beinen.

Insbesondere der nächstes Jahr tiefere kantonale Finanzausgleich bereitete dem Gemeinderat Sorgen. Er strich den Baukredit von der Traktandenliste der September-Gemeindeversammlung. Man wolle für den Stimmbürger volle Transparenz schaffen, bevor er einen Entscheid fälle, sagte damals Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher (SP).

«Nach bestem Wissen und Gewissen geprüft»

Das kam nicht ganz so überraschend angesichts der Tatsache, dass viele Gemeinden im Baselbiet ab 2021 mit einem Einbruch der Steuereinnahmen rechnen. Die Prognosen über die Auswirkungen der Coronakrise gelten generell als unsicher. Manche Gemeinden befürchten, dass unverzichtbare Investitionen, etwa in Schulbauten, die Finanzen arg strapazieren könnten. Der Reinacher Gemeinderat hält deswegen bereits jetzt eine Steuererhöhung ab 2022 für unausweichlich.

Wir können sagen, dass es für den Dom keine Steuererhöhung brauchen wird.  

(Quelle: Eveline Sprecher, Gemeindepräsidentin Aesch)

Demgegenüber erscheint das Aescher Domprojekt als verzichtbares «Nice to have»-Projekt. Doch der Gemeinderat will daran festhalten. Die Verabschiedung des Baukredits ist für die nächste Gemeindeversammlung Anfang Dezember vorgesehen. Aesch muss immer noch mit rund zwei Millionen Franken weniger Finanzausgleich rechnen, wie Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher erklärt. Die finanziellen Ressourcen seien aber da, um die «Hiobsbotschaft» des fehlenden Finanzausgleichs abzufangen. «Wir können jetzt sagen, dass es für den Dom keine Steuererhöhung brauchen wird.» Man habe das im Rahmen der mehrjährigen Finanzplanung «seriös geprüft».

Zu den Schwierigkeiten, wegen der unsicheren Konjunkturlage Prognosen zu erstellen, sagt Sprecher: «Sicher war das Budget schwierig zu erstellen. Aber wir haben es nach bestem Wissen und Gewissen gemacht und sind optimistisch, dass unsere Prognose aufgeht.»

Kantonalbank und Bürgergemeinde im Boot

Was den Gemeinderat zusätzlich positiv stimmt: Anfang September hat die Bürgergemeindeversammlung einen Beitrag von einer Million Franken zu den Baukosten genehmigt, das Vorhaben war dort unbestritten. Die gleiche Summe hat vergangene Woche der Bankrat der Basellandschaftlichen Kantonalbank zugesagt. «Das sind positive Zeichen für uns», sagt Sprecher.

Das Sitzesponsoring, mit dem bereits 19000 Franken gesammelt worden sind, sieht sie als willkommenes «Supplement», denn: «Es ist genial, dass die Bevölkerung trotz Corona so mitmacht.» Im Hinblick auf die Gemeindeversammlung ist sie optimistisch: «Wir haben unsere Abklärungen gemacht und sind in einer guten Ausgangslage.»