Es geht um mehr als nur zwei Turbinen

Bojan Stula
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Die Gegner kritisieren die Nähe der Windräder zur Autobahn und zum Rangierbahnhof.

Die Gegner kritisieren die Nähe der Windräder zur Autobahn und zum Rangierbahnhof.

zVg

Es ist das gute Recht des Vereins Wind-Still, die Muttenzer Windenergie-Pläne in Zweifel zu ziehen. Die beiden im unteren Hardwald vorgesehenen Windräder werden, sofern sie aufgestellt werden, markante Bauwerke sein.

Da ist eine anfängliche Skepsis ebenso angebracht wie die Forderung nach genauester Überprüfung der technischen Details. Seltsam mutet dagegen an, dass Wind-Still insbesondere auch wirtschaftliche Gegenargumente ins Feld führt. Windturbinen könnten hier wegen mangelnder Windstärke niemals rentabel betrieben werden, behauptet die Gegnerschaft, weswegen sie nicht nur gegen das Muttenzer Projekt opponiert, sondern gegen sämtliche anderen regionalen Windparks auch.

Die Frage des wirtschaftlichen Risikos soll doch bitte den Investoren überlassen bleiben; in diesem Fall dem Energieversorger Primeo. Das sollten die Unternehmer in den Reihen von Wind-Still eigentlich wissen. Zudem geht es bei diesem Projekt eben nicht nur um Stromerzeugung, sondern um ein bedeutendes Zeichen; eines, das Muttenz sogar in den nationalen Fokus rücken würde: Wem es mit der ökologischen Trendwende ernst ist, muss vor der eigenen Haustüre Zugeständnisse machen und die Verantwortung nicht immer nur auf Windparks an der fernen Nordsee abschieben.

Bei all dem haben Windräder einen gewaltigen Vorteil: Sie sind die einzigen Kraftwerke, die innert zwei Tagen wieder abgebaut werden können, sollte sich der Standort tatsächlich als Fehler herausstellen.