Pratteln
Eine Gewerbeschau mit Dorffestcharakter

KMU Pratteln lockt mit grossen Namen wie Stefanie Heinzmann und Nubya, trotzdem harzt der Vorverkauf. Gleichzeitig ist das Budget für die Veranstaltung mehr als doppelt so hoch als für die letzte Ausgabe.

Julia Gohl
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Besucher an die KMU’16 locken, doch die Veranstalter bleiben wohl auf vielen Tickets sitzen.

Besucher an die KMU’16 locken, doch die Veranstalter bleiben wohl auf vielen Tickets sitzen.

Barbara Scherer

Ewiggleiche Stände am gleichen Ort, versteckt in einer Halle – immer weniger Mitglieder des Gewerbevereins KMU Pratteln hatten Lust, da überhaupt noch mitzumachen. Es habe Unmut geherrscht, erzählt Marco Klotz. Und trotzdem kündigt der OK-Präsident der KMU’16 für die diesjährige Ausgabe der Prattler Gewerbeschau einen Ausstellerrekord an. Gut 80 machen mit – so viele wie noch nie.

Vom Unmut zum Ausstellerrekord – wie ist das möglich? «Wir haben ein komplett neues Konzept», erklärt Klotz. Mehrheitlich in Pagodenzelten untergebracht, ziehen sich die Stände neu durchs Dorf. «Das hat eher einen Dorffestcharakter.» Dabei sind die Stände in vier Themenwelten eingeteilt: Auf dem Vorplatz des Kultur- und Sportzentrums wartet der Bereich «Mobilität und Technik», beim alten Feuerwehrmagazin die Themenwelt «Ökologie und Tradition», auf dem Vorplatz der Alten Dorfturnhalle «Design und Zukunft» und in der Turnhalle selbst «Gesundheit und Leben».

Eine Neuheit ist auch das Schlossforum, das heisst eine Vortragsreihe von Fachleuten zu Themen wie Stromsparen, Elektrosmog oder Schimmel im Wohnraum.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Das absolute Highlight aber, so halten es die Verantwortlichen immer wieder fest, seien die Konzerte. Das OK konnte dafür unter anderem Stefanie Heinzmann, Nubya und Nicole Bernegger gewinnen. «Das Ziel war, Schweizer Künstler zu verpflichten – am besten aus der Region, natürlich mit einem möglichst grossen Bekanntheitsgrad.» Damit wollte das OK die Attraktivität der KMU’16 steigern. «Wir müssen gleich zwei Kundengruppen zufriedenstellen: einerseits die Bevölkerung, andererseits die Aussteller. Mit den Konzerten wirkt man auf beide.»

Ganz so wirksam wie erhofft haben sich die Konzerte aber noch nicht gezeigt. Der Vorverkauf laufe harzig, wie von Seiten OK zu erfahren ist. «In den letzten Tagen haben die Verkäufe etwas zugenommen», sagt Klotz. «Und auch an der Abendkasse werden vielleicht noch einige Tickets verkauft. Aber das Steuer herumreissen werden wir damit nicht, das ist klar.»

Tickets zu teuer?

Dabei ist das Budget der diesjährigen Gewerbeschau – nicht zuletzt wegen der hochkarätigen Konzerte – mit 414 000 Franken dieses Mal besonders hoch. Die letzte Prattler Gewerbeschau schlug gerade einmal mit 175 000 Franken zu Buche. Gemäss Feedback seien es wohl vor allem die Preise von 59 Franken pro Ticket, die für den harzigen Verkauf verantwortlich sind. «Uns war von Anfang an bewusst, dass wir mit den Konzerten ein Risiko eingehen», so Klotz. Und: Man habe Reserven, um die Kosten auch so zu stemmen.

So möchte Klotz denn auch nicht ewig auf dem Sorgenkind Tickets herumreiten: «Die Konzerte sind nur ein Viertel der Gewerbeschau. Das können wir verkraften. Die Ausstellung kommt bei unseren Mitgliedern sehr gut an, das ist die Hauptsache.» Darüber, ob auch das Publikum Rekorde verspricht, möchte Klotz nichts sagen. «Ich habe keine Kristallkugel», meint er nur. Nach der KMU’16 werde man Bilanz ziehen und darauf basierend entscheiden, ob weiterhin Gewerbeschauen in einem ähnlichen Rahmen sattfinden sollen.

KMU’16 Freitag, 18–21.30 Uhr; Samstag, 11–21.30 Uhr; Sonntag, 11– 17 Uhr. www.kmu16.ch.