Coronavirus

Einblicke in die Baselbieter Corona-Teststation in Muttenz – der neue Standort soll der letzte sein

Ab morgen Samstag kann man sich im Baselbiet in der neuen Abklärungs- und Teststation Feldreben in Muttenz testen lassen. Bis zu 1000 Tests pro Tag sollen möglich sein - sollte es nötig sein, sogar noch mehr. Hier soll die Station nach den vielen Umzügen deshalb auch bleiben.

Kelly Spielmann
Drucken
Teilen
Bis Ende Oktober diente das Gelände als Asylunterkunft. Bald werden hier täglich bis zu 1000 Coronatests durchgeführt.
5 Bilder
In den Boxen werden die Patienten getestet.
Für die Wartenden gibts in der ganzen Teststation Stühle.
Nach einem positiven Schnelltest müssen die Getesteten zum Arzt.
Dank den grosszügigeren Platzverhältnissen sollen die Wartezeiten reduziert werden.

Bis Ende Oktober diente das Gelände als Asylunterkunft. Bald werden hier täglich bis zu 1000 Coronatests durchgeführt.

Georgios Kefalas

Erst war sie in Lausen und im Kuspo Münchenstein zu finden, ab April nur noch in letzterem, seit dem 1. August befindet sie sich im Münchensteiner Spenglerpark: Die Baselbieter Abklärungs- und Teststation (ATS) hat einen langen Weg mit vielen Umzügen hinter sich. Ab morgen Samstag ist das Testzentrum für Corona-Abstriche im Feldrebenareal in Muttenz zu Hause – und dort soll sie nun auch bleiben.

Zwei Tage vor der Eröffnung ist es noch ruhig in den Hallen im Industriegebiet. Bis Ende Oktober wohnten hier noch Asylsuchende. Einzelne Spuren, es sind die wenigen Farbtupfer, die aus dem grauen Beton hervorstechen, erinnern noch an die frühere Funktion der Halle. Auf farbigen Tafeln sind die Wochentage in drei Sprachen angeschrieben, an einer Wand steht in grossen, grünen Lettern «Alle unter einem Himmel». Ein «Día de los Muertos»-Graffiti schmückt eine türkisfarbene Säule, der Signatur zufolge ein Werk aus Venezolanischer Feder.

Viel Platz machen viele Tests möglich

Das Bild fügt sich fast makaber in die Testboxen, das Labor und die Wartebereiche ein, die in der Halle innert zweier Wochen aufgebaut wurden. Ab morgen sollen hier täglich bis zu 1000 Coronatests durchgeführt werden. Möglich machen das die grosszügigen Platzverhältnisse.

Das Personal – ein Pool von 500 bis 600 Personen, so Jürg Sommer, Leiter des Amts für Gesundheit – soll dafür ebenfalls ausreichen. Draussen anstehen, wie die Patientinnen und Patienten dies im Spenglerpark mussten, soll in der Feldreben-Station kein Thema mehr sein, sagt Thomas Götz, ärztlicher Co-Leiter der ATS. Auch das ist dem Platz zu verdanken.

Zweite Halle könnte im Notfall zum Einsatz kommen

Götz zeigt, wie der Ablauf in der neuen Teststation funktioniert. Nach dem Betreten des Gebäudes vom Parkplatz her werden die Wartenden gleich in zwei Schlangen aufgeteilt: die Symptomatischen und die Asymptomatischen. Götz: «Solche, die beispielsweise vom Arbeitgeber aus einen Test machen müssen oder für einen Flug einen negativen Befund brauchen.»

Die symptomatischen Patienten werden ein zweites Mal aufgeteilt. Die «hochinfektiösen» Personen dürfen zum Schnelltest, der innerhalb von 20 bis 25 Minuten ein Ergebnis liefert. Ist der Befund positiv, werden sie nach dem Resultat direkt von einem Arzt empfangen. Da die Schnelltests auch ein falsches negatives Resultat anzeigen können, wird bei einem negativen Ergebnis immer noch ein regulärer Corona-Test durchgeführt – 12 bis 18 Stunden dauere es, bis bei diesem ein Ergebnis vorliegt.

Seit vergangener Woche nehmen die Tests im Baselbiet wieder ab – rund 2500 pro Woche sind es derzeit. Sollten die Zahlen dennoch über 1000 Tests pro Tag steigen, ist das laut Jürg Sommer kein Problem: «Wir haben nebenan eine zweite Halle, in der wir das Ganze als ‹Copy-Paste› aufbauen können. Noch einmal umzuziehen, haben wir nicht vor.»