Baselbieter Naturschutztag

Ein Erbe aus dem Laufental, das eingeschlagen hat

Am Samstag findet zum 25. Mal der Baselbieter Naturschutztag mit über 1000 Helfern statt – ein Import mit Folgen für Natur und Mensch.

Andreas Hirsbrunner
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Steinhaufenanlegen zugunsten von allerlei Kleingetier gehört zu den Klassikern an den Naturschutztagen.

Steinhaufenanlegen zugunsten von allerlei Kleingetier gehört zu den Klassikern an den Naturschutztagen.

zvg

Kilometer von Hecken gesetzt, Hunderte von Bäumen gepflanzt, Dutzende von Weihern angelegt und anderes mehr – die genauen Zahlen kennt niemand, die Spuren des jährlichen Naturschutztages in der Landschaft aber sind unübersehbar. Am kommenden Samstag findet der Baselbieter Naturschutztag zum 25. Mal statt. Dabei packen in 59 Gemeinden über 1000 Helfer mit an, wie der Basellandschaftliche Natur- und Vogelschutzverband und Pro Natura Baselland, die den Grossanlass zugunsten der Natur seit Anbeginn koordinieren, mitteilen. Wie vielfältig Naturschutztage sind, zeigen die drei Beispiele in den Kästchen unten.

Einer der wenigen, die zumindest zu einem Teil die Übersicht über diese lange Zeit haben, ist Urs Chrétien. Er war 18 Jahre lang Geschäftsführer von Pro Natura Baselland und leitet jetzt für die Organisation die Kulturlandaktion Hase & Co.

Er sagt nach einem Vierteljahrhundert Naturschutztag: «Ein wichtiger Aspekt dieses Anlasses ist für mich, dass er nebst den konkreten Resultaten draussen in der Natur auch Spuren bei den Helfern hinterlässt. Sie haben dank der Einsätze einen andern Bezug zur Natur und mehr Verständnis für Naturschutzmassnahmen.» Das sei eine nicht zu unterschätzende Bewusstseinsbildung. Das fällt umso mehr ins Gewicht, weil an den Naturschutztagen nicht nur die Mitglieder der örtlichen Natur- und Vogelschutzvereine mitmachen, sondern auch Gemeinderäte, Jäger, Feuerwehren, Turnvereine, Schulklassen und weitere Kreise.

Initiantin ist mit ihrem «Kind» sehr zufrieden

So viele Einsätze wie in diesem Jahr gab es übrigens erst einmal: Beim Start im Europäischen Naturschutzjahr von 1995 wurde sogar in 77 der 86 Baselbieter Gemeinden Hand zugunsten der Natur angelegt. Kein Wunder, schaut Chrétien zuversichtlich in die Zukunft: «Der Naturschutztag ist ein Erfolgsmodell. Ich bin überzeugt, dass es ihn auch in 25 Jahren noch gibt.» Und er verweist auf eine Besonderheit: Solche geballte Naturschutzeinsätze seien in Deutschland verbreitet, aber in der Schweiz fänden sie praktisch nur hier statt.

Das ist zu einem wesentlichen Teil das Verdienst von Pia Steg und der inzwischen verstorbenen Ruth Meury. Denn sie führten bereits 1983 im Laufental unter dem Motto «zämme läbe – zämme schaffe» einen Naturschutztag ein und pflegten mit einem Dutzend Helfern die Dittinger Weide. Nebst dem Naturschutz sollte auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen, was bis heute gilt. Die beiden Frauen erhielten später für ihre Pionierarbeit von Pro Natura den Naturschutzpreis. Pia Steg meint auf die Frage, ob sie heute mit ihrem Kind zufrieden sei: «Sehr. Mir imponiert, dass der Naturschutztag immer noch so gut funktioniert und auch immer noch ein sozialer Anlass ist.»