Ernte

Die blauen Früchte machen Freude: Ein guter bis sehr guter Zwetschgenjahrgang zeichnet sich ab

Die Zwetschgenernte hat begonnen. Ein guter bis sehr guter Jahrgang zeichnet sich ab.

Simon Tschopp
Drucken
Teilen
Derzeit werden die frühen Zwetschgensorten geerntet.

Derzeit werden die frühen Zwetschgensorten geerntet.

CH Media

Die Zwetschgenbäume hängen voll. Die Obstbauern dürfen sich auf eine grosse Ernte freuen. Eine erste Schätzung rechnet mit über 380 Tonnen Tafelzwetschgen der frühen Sorten im Baselbiet, Schwarzbubenland und im Fricktal. Das sind in unserer Region ein Drittel mehr als 2019, als gegen 290 Tonnen gepflückt worden sind.

Tegera und Cacaks Schöne machen den Anfang

«Eine gute bis sehr gute Ernte», meint Hansruedi Wirz, der Präsident des Produktzentrums Kirschen/Zwetschgen des Schweizerischen Obstverbands und von Swisscofel. Die Zwetschgen können heuer fast zwei Wochen früher eingebracht werden als vor Jahresfrist. Gründe dafür seien die idealen Bedingungen, welche die Vegetation beschleunigt hätten: Der frühe Austrieb der Bäume, der schöne Frühling und das warme Wetter im April und Mai, zählt Wirz auf.

Haupterntezeit der frühen Sorten Tegera und Cacaks Schöne, die dominanten in der Nordwestschweiz, sind die laufende Woche mit mehr als 100 Tonnen und die kommende Woche mit rund 170 Tonnen Tafelzwetschgen. Tegera haben ein enges Pflückfenster, was die Obstbauern gehörig unter Druck setzt, denn diese blauen Früchte müssen rasch gepflückt werden, um frisch in den Handel zu gelangen. Nächste Woche kommen Cacaks Schöne an die Reihe.

Für den Reigoldswiler Hansruedi Wirz ist die Qualität ebenfalls «sehr gut». Die Zwetschgen seien gross, die Bäume gesund. Der diesjährige Erntezeitpunkt sei mit 2018 vergleichbar, was auch auf die Kirschen zugetroffen habe (siehe Box).

Die Kirschenernte ist bald beendet

Bei den Kirschen redet Hansruedi Wirz von einer «mittleren Ernte». Die effektiven Zahlen lägen ziemlich nahe an den Schätzungen. Aus dem Baselbiet, Schwarzbubenland und aus dem Fricktal wurden bis gestern knapp 600 Tonnen Tafelkirschen an die Konsumenten gebracht. 2018 waren es in der Region gut 1000 Tonnen, vergangenes Jahr etwa 970 Tonnen. Gesamtschweizerisch liegt man heuer momentan bei 2030 Tonnen Tafelkirschen, was 95 Prozent der Schätzung entspricht. Die Ernte ist noch nicht ganz abgeschlossen.

Die erste Vorernteschätzung 2020 des Schweizerischen Obstverbands stammt vom 10. Juli. In ihr sind bloss die frühen Zwetschgensorten erfasst, die schweizweit gut 1300 Tonnen Tafelfrüchte hergeben dürften. Die Mengen der späten Sorten, die im Lauf des Augusts und Septembers geerntet werden, schätzt der Verband Ende Monat. Bereits morgen Mittwoch folgen die Zahlen zu Destillaten sowie die Prognosen für die Brennzwetschgen.

Jetzt ist auch die Jahreszeit der Beeren

Diesen Monat hat auch die Beerenernte begonnen. In den nächsten Wochen werden rund 3400 Tonnen Strauchbeeren von den Produzierenden gepflückt. Gemäss Schätzungen des Schweizerischen Obstverbands kommen rund 2070 Tonnen Himbeeren, 460 Tonnen Brombeeren, 550 Tonnen Heidelbeeren und 320 Tonnen Johannisbeeren auf den Markt. Diese Mengen entsprechen den Vorjahreszahlen. Im Bioanbau ist mit 80 Tonnen Himbeeren, 50 Tonnen Heidelbeeren, 20 Tonnen Brombeeren und vier Tonnen Johannisbeeren zu rechnen.

Schweizer mögen Beeren, besonders Himbeeren; hier stieg der Konsum um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei den Heidelbeeren steigerte er sich um zehn Prozent. Durchschnittlich werden pro Jahr und Person sieben Kilo Beeren konsumiert.