Forstarbeit
Der erste Pfahl für den Forstbetrieb Frenkentäler ist eingeschlagen

Bretzwil bekennt sich klar zum neuen Zweckverband Forstbetrieb Frenkentäler. Vier weitere Gemeinden müssen noch entscheiden.

Simon Tschopp
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Die beiden Forstreviere Oberer Hauenstein und Hohwacht sollen reorganisiert werden. Bretzwil spricht sich als erst von fünf Gemeinden klar für den Zweckverband Forstbetrieb Frenkentäler.

Die beiden Forstreviere Oberer Hauenstein und Hohwacht sollen reorganisiert werden. Bretzwil spricht sich als erst von fünf Gemeinden klar für den Zweckverband Forstbetrieb Frenkentäler.

Spezielle Stimmung in Bretzwils Turnhalle. Die Teilnehmenden der Bürger- und der Einwohnergemeindeversammlung – diese Anlässe finden ansonsten im Gemeindesaal statt – sitzen ungewöhnlich weit auseinander. Dies wegen der immer noch geltenden Schutzmassnahmen nach der Coronakrise. Die Worte vom Gemeinderatstisch sind schlecht hörbar. Die Akustik einer Turnhalle ist halt nicht auf die Bedürfnisse solcher Versammlungen zugeschnitten.

Bretzwil hat sich als erste von fünf Gemeinden zum neuen Zweckverband Forstbetrieb Frenkentäler, der auf Anfang 2021 seine Tätigkeit aufnehmen soll, geäussert – und das mit deutlicher Zustimmung. Gemeinderat Hans Dettwiler, der als Mitglied des Projektausschusses massgeblich an den Vorarbeiten mitgewirkt hat, hat vor den Bretzwiler Bürgern und Einwohnern ein leichtes Spiel. Er informiert über die Reorganisation der beiden Forstreviere Oberer Hauenstein (mit den Gemeinden Waldenburg und Langenbruck) und Hohwacht (Reigoldswil, Bretzwil und Lauwil). Diese arbeiten schon seit fast vier Jahren eng zusammen. «Das funktioniert gut und soll nun mit dem neuen Zweckverband legitimiert werden», erklärt Dettwiler. Die insgesamt 13 Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt.

Erträge sinken, während die Aufwände höher werden

Mit dem eigenwirtschaftlichen Forstbetrieb könne der unternehmerische Handlungsspielraum vergrössert werden. Man sei flexibler, zeigt sich Hans Dettwiler überzeugt. Die Forstequipen können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, das Personal kann sich spezialisieren. André Minnig, der Revierförster des Forstreviers Hohwacht, betont: «Dieser Zweckverband ist derzeit zwar nicht zwingend, aber wir sollten jetzt aus der Situation der Stärke reagieren und nicht erst, wenn wir in einem Loch sind.» Dettwiler fügt an, dass die Erträge stetig sänken und die Aufwände immer höher würden – «dem wollen wir mit dem Zweckverband entgegenwirken». Eine Betriebskommission wird als strategische Führung eingesetzt. Das Grundkapital von einer Millionen Franken stammt von den fünf Gemeinden.

Die Waldungen auf Bretzwiler Boden gehören der Bürgergemeinde. Dennoch hatte auch die Einwohnergemeinde über den Beitritt zum Forstbetrieb Frenkentäler zu befinden. Dies deshalb, weil Leistungen zwischen Gemeinwesen und den ausschliesslich von ihnen gehaltenen Unternehmen von der Mehrwertsteuer befreit sind.

Auch zum Ende der Einwohnergemeindeversammlung steht Hans Dettwiler im Mittelpunkt. Der 54-Jährige tritt Ende Monat als Gemeinderat ab. Er wurde 2009 in einer Ersatzwahl gewählt und amtete während sechs Jahren auch als Vizepräsident. Gemeindepräsident Mike Nachbur würdigt Dettwilers grosse Verdienste, vor allem im Forstwesen und bei vielen Infrastrukturprojekten. Hans Dettwiler bedankt sich: «Es war eine gute Zeit, ich konnte viel lernen.» Er musste aber auch Negatives erfahren. Der Gemeinderat habe schwierige Entscheide treffen müssen, «die immer auf mich projiziert wurden». Dettwiler sah sich als früherer Präsident der Weidkommission Stierenberg teils heftiger Kritik ausgesetzt.

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