Liestal

Das mittägliche Chaos im Stedtli soll aufhören

Die Bushaltestelle auf dem Wasserturmplatz soll verlängern werden – als Folge gehen sieben Parkplätze verloren

Andreas Hirsbrunner
Drucken
Teilen
Der Wasserturmplatz ist nach dem Bahnhof der grösste Busknotenpunkt von Liestal. Eine Verlängerung der Haltestelle (links) soll eine Entlastung bringen. Juri Junkov

Der Wasserturmplatz ist nach dem Bahnhof der grösste Busknotenpunkt von Liestal. Eine Verlängerung der Haltestelle (links) soll eine Entlastung bringen. Juri Junkov

Juri Junkov/Fotograf

Die Bau- und Planungskommission (BPK) des Liestaler Einwohnerrats hat sich ihre Aufgabe nicht leicht gemacht: An insgesamt vier Sitzungen brütete sie über der Sammelvorlage des Stadtrats zu zehn Verkehrsvorstössen aus dem Ortsparlament. Das Resultat des ausserordentlich grossen Aufwands sind austarierte Anträge, zu denen BPK-Präsident Diego Stoll (SP) sagt: «Den grossen Wurf gibt es nicht bei Verkehrsvorlagen. Wir sind das Ganze sehr pragmatisch angegangen und haben praktisch überall den Kompromiss gesucht, hinter dem alle stehen können. Alles andere würde nur die Atmosphäre aufladen.» Deshalb kann man auch davon ausgehen, dass das, was die BPK nun vorschlägt, in einer Woche vom Einwohnerrat abgesegnet wird.

Eiertanz um Parkplätze

Die grösste Änderung steht am Wasserturmplatz an. Dort soll die Bushaltestelle beim Kiosk verlängert werden. Grund ist der Ansturm der Fahrgäste vor allem über den Mittag. Dies sei mittlerweile zu einem Sicherheitsrisiko geworden, sodass zwei Sicherheitskräfte eingesetzt werden müssen, damit die Busse überhaupt an die Haltekante vorfahren können. Das koste die Stadt jährlich 18'000 Franken, schreibt die BPK in ihrem Bericht. Zudem komme es am Wasserturmplatz regelmässig zu langen Buswartezeiten, weil alle Buslinien jeweils innerhalb von zwei Minuten vom Bahnhof her einfahren.

Die BPK hofft nun, dass sich die Situation entschärft, wenn zwei (Gelenk-)Busse gleichzeitig Fahrgäste aus- und einsteigen lassen können. Allerdings kostet diese Verlängerung sieben Parkplätze. Und damit tat sich die BPK schwer, weil sie negative Konsequenzen fürs Gewerbe befürchtet. Da sie aber trotz grösserer Abklärungen keine bessere Lösung fand, folgt sie mit 6 zu 1 Stimme dem stadträtlichen Antrag, 100 000 Franken für die Bushaltestelle-Verlängerung zu sprechen. Der Eiertanz um die Parkplätze erstaunt, denn laut BPK gelangen zwei Drittel der Kunden per öV, per Velo oder zu Fuss ins Stedtli. Und die Verlängerung der Bushaltestelle kommt dieser Klientele zugute. Zudem ist das nahe Bücheli-Parkhaus mittlerweile zwar besser, aber noch lange nicht voll ausgelastet.

Einig ist sich die BPK dafür, dass auf dem Wasserturmplatz eine Sicherheitslinie angebracht werden muss, damit Autos die wartenden Busse nicht mehr überholen können. Und einig ist sie sich auch, dass die stadteigenen Pflanzentöpfe rund ums Café Mühleisen verkleinert werden müssen. Dies, um die Sichtverhältnisse beim Törliplatz zu verbessern. Die vielen Spuren an den jetzigen Töpfen von touchierenden Autos lassen allerdings Zweifel aufkommen, ob kleinere Töpfe die Gäste im Aussenbereich des Cafés sowie die Passanten noch genügend schützen.

Politik «der kleinen Schritte»

Im Bücheli krebst die BPK hinter den Stadtrat zurück. Letzterer schlug vor, das unterste Stück vom Thurgauerhof bis zum Gestadeckplatz für den Verkehr mit Ausnahme der Busse zu sperren. Dies um den Durchgangsverkehr von bis zu 200 Fahrzeugen pro Stunde auf einen Fünftel zu senken. Damit würde insbesondere der Bücheliplatz vor der neuen Manor aufgewertet.

Doch die BPK will nun «die Politik der kleinen Schritte» weiterführen und setzt auf «weiche» Massnahmen: Sie will den Tempo-20-Bereich ausdehnen und die Rotlichtphase der Ampel beim Gestadeckplatz verlängern. Stoll, selber einer der Inititanten hinter der parteiübergreifenden Forderung, den Durchgangsverkehr beim Bücheliplatz zu reduzieren, sagt: «Eine Lösung, hinter der alle Parteien stehen, ist zielführender. Und wenn unsere Vorschläge zu wenig bringen, soll die Variante des Stadtrats zum Zuge kommen. Da ist sich die BPK einig.»

Im Weitern liefert die BPK auch zwei Impulse: Der Stadtrat soll eine repräsentative Umfrage bei Konsumenten in Auftrag geben, wieso sie in Liestal respektive wieso sie nicht in Liestal einkaufen. Und es soll geprüft werden, ob die Altstadt zu einer Art grossem Parkhaus mit Barrieren oder Pollern an allen Ein- und Ausfahrtsstellen werden kann.