Schönenbuch
Das Chaos nimmt kein Ende: André Knubel will nun doch Gemeindepräsident werden

Die Schönenbucher Politik kommt nicht zur Ruhe: André Knubel tritt erneut zur Gemeindepräsidentenwahl an und bleibt dafür im Gemeinderat - vorerst.

Kelly Spielmann
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André Knubel will nun doch Gemeindepräsident werden.

André Knubel will nun doch Gemeindepräsident werden.

zvg

Seit drei Monaten hat Schönenbuch keinen offiziellen Gemeindepräsidenten. Der Grund ist ein Politchaos, das seit Juli herrscht: Nachdem André Knubel den bisherigen Präsidenten Jürg Dieterle herausgefordert und besiegt hatte, trat er wenige Tage später aus dem Gemeinderat zurück. Vergangene Woche wurde er – ohne kandidiert zu haben – wieder in den Gemeinderat gewählt. In diesem bleibt er nun vorerst. Denn Knubel tritt erneut zur Gemeindepräsidentenwahl vom 18. Oktober an.

Zum Entscheid bewegt habe ihn sein Bauchgefühl. Er habe «drüber geschlafen» und gemerkt, dass das Thema Gemeinderat noch nicht ganz abgeschlossen sei. Und fügt an: «Das Volk soll die Entscheidung treffen, wer Präsident wird – nicht der Gemeinderat.»

Damit spielt er auf die Situation vom Juli an. Eine gutgeheissene Stimmrechtsbeschwerde machte es notwendig, die Wahl des Gemeindepräsidenten zu wiederholen. Für die Zeit bis zur zweiten Wahl musste ein Präsident ad interim her – diesen hat der Gesamtgemeinderat gewählt und sich dabei für den ehemaligen Präsidenten Jürg Dieterle entschieden. Knubel hingegen hätte sich eine nicht involvierte Person, beispielsweise den Vizepräsidenten, gewünscht. Weil er sich vom Gemeinderat nicht getragen fühlte, gab er damals den sofortigen Rücktritt.

Verliert er, will er gleich wieder zurücktreten

Nun soll die Stimmbevölkerung die Wahl treffen. Knubel hofft, dass sie dieses Mal erneut auf ihn fällt – doch sieht auch, dass die stürmischen Wochen seit der ersten Wahl einen Einfluss auf das Ergebnis haben könnten.

Auch im Gemeinderat könnte dies zu Unstimmigkeiten führen. Auf seine Mitteilung, dass er wieder kandidiert, habe Knubel von keinem Mitglied eine Rückmeldung erhalten. Würde er gewählt, fänden als erstes Vier-Augen-Gespräche mit den Gemeinderäten statt. «Wir müssten uns aussprechen, einen Strich ziehen und bei Null anfangen», sagt er. Und stellt klar: Sollte er nicht gewählt werden, würde er wieder aus dem Gemeinderat zurücktreten. «Unter Dieterle möchte ich nicht arbeiten», so seine Erklärung. Er glaube nicht, dass Dieterle die Fähigkeit habe, junge Leute für die Gemeindepolitik zu motivieren. «Und die sind für die Zukunft des Gemeinderats nötig.»

Für eine Stellungnahme war Jürg Dieterle, der am 18. Oktober ebenfalls antritt, nicht erreichbar. Im Juli sagte aber auch er gegenüber der «Basler Zeitung» , er würde aus dem Gemeinderat ausscheiden im Falle, dass er die Wahl verliere. Bald hat Schönenbuch also endlich wieder einen Gemeindepräsident – doch wird dies wohl mit dem Verlust eines Gemeinderats einhergehen.