Münchenstein
Bussen finanzieren neuen Dorf-Polizisten

Die Corona-Krise reisst Löcher in die öffentlichen Kassen. Münchenstein ist da keine Ausnahme. Die Gemeinde will jedoch die Steuern nicht erhöhen – und schafft sogar neue Jobs. Die Gemeindepolizei soll um eine auf vier Vollzeitstellen aufgestockt werden. Das passt aber nicht allen.

Benjamin Wieland
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Wegen der schwierigen Lage muss Reinach die Steuern erhöhen.

Wegen der schwierigen Lage muss Reinach die Steuern erhöhen.

Pascal Meier

An der Gemeindeversammlung vom Montag wollte ein Teilnehmer vom Gemeinderat wissen, wie sich der von ihm proklamierte Sparwillen mit dem Mehraufwand vereinbaren lasse. Der Gemeinderat erklärte, mit vier Polizisten sei es möglich, eine zweite Patrouille durchzuführen. Somit refinanziere sich die neue Stelle mit Bussen-Einnahmen selbst, etwa bei Geschwindigkeitskontrollen: Der Gemeinderat erwähnte das Hand-Lasergerät, das die Gemeinde angeschafft habe.

Auch für die Primarschule nimmt Münchenstein mehr Geld in die Hand. 175'000 Franken werden zusätzlich ins Budget eingestellt. Der Betrag reicht für die Bildung von drei zusätzlichen Klassen mit reduzierten Pensen. Der Schulrat hatte moniert, es sei derzeit unmöglich, die Klassen zu planen, ohne Verbände auseinanderzureissen.

Die Geschäftsprüfungskommission wollte die Steuern für natürliche Personen erhöhen, von 59 auf 61 Prozentpunkte. Doch ihr Antrag erlitt Schiffbruch. Laut Budget beläuft sich das Defizit 2021 nun unverändert auf 4,5 Millionen Franken.

Wegen Rekord-Defizit: Steuererhöhung in Reinach

Anders als in Münchenstein werden in Reinach die Steuern erhöht: Der Einwohnerrat beschloss am Montag, den Satz für natürliche Personen anzuheben, von 52,5 auf 54,5 Prozent. Reinach rechnet 2021 mit über 11 Millionen Franken Verlust – so viel wie noch nie.

Besser geht es der grössten Baselbieter Gemeinde. Allschwil rechnet fürs kommende Jahr mit 0,46 Millionen Franken Überschuss. Vergangene Woche hatte der Einwohnerrat beschlossen, den Satz für natürliche Personen bei 58 Prozent der Staatssteuer zu belassen.

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