CVP-Präsidium

Béatrix von Sury erklärt Rückzug ihrer Kandidatur: «Wollte die CVP nicht vor eine Zerreissprobe stellen»

Der Weg für Silvio Fareri ist frei: Seit Dienstagabend steht fest, dass der 30-jährige gelernte Kaufmann neuer Parteipräsident der Baselbieter CVP wird. Vizepräsidentin Béatrix von Sury zieht ihre Kandidatur fürs Parteipräsidium zurück.

Anne Burgmer
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Das Co-Präsidium ist vom Tisch: Der einzige Kandidat für das Parteipräsidium, Silvio Fareri, und die Vizepräsidentin Béatrix von Sury.

Das Co-Präsidium ist vom Tisch: Der einzige Kandidat für das Parteipräsidium, Silvio Fareri, und die Vizepräsidentin Béatrix von Sury.

Kenneth Nars

Béatrix von Sury – wie erklären Sie ihr Hin- und Her bezüglich ihrer Kandidatur für die Nachfolge von Brigitte Müller-Kaderli?

Béatrix von Sury: Ich würde es nicht als Hin- und Her bezeichnen. Es gibt zwei Aspekte: Ich wollte die Landratswahlen und deren Ergebnisse für mich abwarten und dann auch schauen, wie ich meine Zeit organisieren kann. Wenn ich ein Präsidium übernehmen will, will ich es auch gut organisiert übernehmen.

Ihre ursprüngliche Motivation zur Kandidatur war, eine echte Wahlmöglichkeit zu bieten. Laut Medienmitteilung gibt es keine anderen Gegenkandidaten, das heisst es gibt wieder keine Wahlmöglichkeit. Ist diese nicht mehr wichtig?

Die Situation ist jetzt eine andere. Der Wunsch der Personalkommission war, dass Silvio Fareri und ich uns einigen. Und ich wollte die CVP nicht durch eine Kampfwahl vor eine Zerreissprobe stellen.

Es heisst, ein persönliches Gespräch mit Silvio Fareri habe sie dazu bewogen, ihre Kandidatur zurückzuziehen. Können Sie mehr dazu sagen?

Es wurde seitens der Wahlkommission gewünscht, die CVP weiter mit einem klassischen Präsidium zu führen. Silvio Fareri und ich sollten eine entsprechende Lösung finden. Die CVP soll für die jungen Menschen attraktiv sein. Deshalb habe ich meine Kandidatur zurückgezogen. Es soll ein Zeichen sein, dass in der CVP nicht nur Menschen der mittleren oder älteren Generation engagiert sind.

Aus welchen Gründen wurde die Idee eines Co-Präsidiums fallen gelassen?

Dahinter steht die Überlegung, dass es besser ist, die CVP mit einer klaren Struktur zu führen. Vor allem mit Blick auf mögliche Notfälle, wo sich die Co-Präsidenten erst miteinander absprechen müssten. Ein klassisches Präsidium vereinfacht die Kommunikation.

Spielen auch Überlegungen eine Rolle, dass die CVP für moderate SVP Wähler vielleicht attraktiver wird, wenn sie einen Präsidenten hat, der eher dem mitte-rechts Lager zugeordnet wird?

Man kann Silvio Fareri nicht in eine Ecke rücken. Er ist ebenfalls, wie ich, in der Mitte verankert und wird als Präsident die Anliegen Aller aufgreifen. Dabei stehe ich ihm als Vize-Präsidentin zur Seite und er kann auf meinen Erfahrungsschatz aus rund sechs Jahren Vizepräsidium zurückgreifen.