Absage
Basler Regierung will dem Sportmuseum die Subventionen streichen

Das Schweizer Sportmuseum ist das erste bekannte Opfer der geplanten Sparmassnahmen der Basler Regierung. Diese will der Trägerstiftung ab kommendem Jahr die Subventionen streichen.

Andrea Schäfer
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Vergangene Woche durfte sich Museumsleiter Gregor Dill über die Neueröffnung des Begehlagers freuen. Nun kämpft das Museum erneut ums Überleben.

Vergangene Woche durfte sich Museumsleiter Gregor Dill über die Neueröffnung des Begehlagers freuen. Nun kämpft das Museum erneut ums Überleben.

zvg

Das Schweizer Sportmuseum, das wenige Meter von der Kantonsgrenze entfernt auf Münchensteiner Boden liegt, ist das erste bekannte Opfer der geplanten Sparmassnahmen der Basler Regierung. Diese will der Trägerstiftung ab kommendem Jahr die Subventionen streichen. Das teilte das Museum gestern mit.

Museumsleiter Gregor Dill hatte von der Hiobsbotschaft am Dienstag erfahren. Die Leitung der Abteilung Kultur des Basler Präsidialdepartements habe ihn zu einem persönlichen Gespräch gebeten und dabei über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Eine Erklärung, warum gerade «seine» Einrichtung über die Klinge springen müsse, habe er nicht erhalten. Zudem sei beim Treffen keinerlei Kritik am Sportmuseum geübt worden.

Basel tanzt aus der Reihe

Der Basler Grosse Rat hatte 2013 in einem knappen Entscheid Subventionen in der Höhe von je 150'000 Franken für die Jahre 2014 und 2015 gesprochen. Den damaligen Entscheid machte er von der Mitwirkung des Landkantons abhängig. Dieser entschied sich, ebenfalls jährlich 150'000 Franken zu leisten. Dem Sportmuseum gelang es zur selben Zeit, zusätzliche Subventionen vom Bundesamt für Kultur und von Swiss Olympic zu sichern. Diese Konstellation sei nicht willkürlich zustande gekommen, sagt Dill: «Die Partner wollten Teil dieser Gruppe sein und nicht alleine dastehen.»

Es herrscht Katerstimmung beim Sportmuseum. Dabei wurde erst vergangene Woche feierlich das neu gestaltete Begehlager auf dem Dreispitz eröffnet und an der Museumsnacht der breiten Öffentlichkeit vorgestellt (die bz berichtete). Die Leitung zeigte sich guter Dinge bezüglich der finanziellen Zukunft. «Wir fühlen uns durch unsere Subventionspartner nach wie vor unterstützt», sagte Dill damals.

Der Präsident der grossrätlichen Bildungs- und Kulturkommission (BKK), Oswald Inglin, wusste gestern noch nichts von den Plänen des Präsidialdepartements. Laut Inglin sei das Sportmuseum bereits früher ein Wackelkandidat für Subventionen gewesen. Dies, da verschiedene Mitglieder der BKK der Auffassung gewesen seien, dass das Sportmuseum kein eigentliches Museum sei, sondern ein Begehlager. Zudem fänden die meisten Aktivitäten des Museums nicht in Basel, sondern in anderen Teilen der Schweiz statt. Einige Parlamentarier hätten deshalb den Standpunkt vertreten, dass eine solche Institution nicht von Basler Seite Subventionen erhalten sollte. Die Unterstützung wäre aus dieser Sicht eher Sache eines nationalen Geldgebers wie zum Beispiel Swiss Olympic, erklärt Inglin.

Stellungnahme im Februar

Inglin war am 14. Januar an der Vernissage des umgebauten Begehlagers anwesend. Die Neuerungen haben bei ihm einen guten Eindruck hinterlassen. Er will mit einer Stellungnahme der BKK zuwarten, bis die Begründung der Regierung zu den geplanten Sparmassnahmen vorliegt. Dies wird am 2. Februar der Fall sein (siehe Kasten links).

Das Museum muss sich nun auch Sorgen um die verbleibenden Subventionspartner machen. Laut Dill hat man diese bereits über die Absichten der Basler Regierung informiert. Man müsse nun das Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um weitere Absprünge zu verhindern, sagt er. Eine gute Nachricht erreichte das Sportmuseum gestern vom Bund. Wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt, will der Bundesrat seine Unterstützung von jährlich 150'000 Franken ans Sportmuseum bis 2020 fortsetzen.

SP-Landrat Martin Rüegg sitzt im Stiftungsrat des Museums. Er kann den Basler Entscheid nicht nachvollziehen. «Jemand muss das Sportmuseum in der Nase haben». Die angekündigte Subventionskündigung nur eine Woche nach Neueröffnung, bezeichnet Rüegg als stillos. Für eine Lagebeurteilung aus Baselbieter Sicht sei es jedoch noch zu früh.

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