Basler Margarethenstrasse
Nach Kritik an Baumfällungen: Kanton will eine neue seitliche Allee prüfen

Anfang August werden 17 Kugelahorne im Gundeli gefällt. Grund ist der Umbau der Tramhaltestelle Margarethen. Nach Kritik aus der Bevölkerung verspricht Baudirektorin Esther Keller nun, als Ersatz für die Bäume in der Strassenmitte eine seitliche Allee anzulegen.

Hans-Martin Jermann
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Die Bagger stehen bereits bereit: An der Margarethenstrasse werden Anfang August 17 Kugelahorne gefällt.

Die Bagger stehen bereits bereit: An der Margarethenstrasse werden Anfang August 17 Kugelahorne gefällt.

Nora Bader

Ganz rechts und ganz links waren im Basler Grossen Rat für einmal einer Meinung: «Ich sehe nicht ein, weshalb 17 kerngesunde Kugelahorne einfach so gefällt werden», sagte SVP-Grossrat Joël Thüring am Donnerstagmorgen im Basler Parlament. Und auch Beat Leuthardt (Grün- Alternatives Bündnis) konnte nicht verstehen, weshalb der geplante behindertengerechte Umbau der Tramhaltestelle Margarethen nicht auch ohne Baumfällungen möglich ist. Wobei in Leuthardts Brust zwei Seelen schlugen: Der BVB-Tramführer versteht sich gleichermassen als Beschützer von Grünflächen sowie Fan und Förderer des Tramverkehrs.

Kanton hält die dortigen Kugelahorne nicht für die beste Bepflanzung

Doch die zuständige Baudirektorin Esther Keller (GLP) bleibt im Fall der 17 von insgesamt rund 50 Kugelahornen hart: Diese müssen weg. Die Baumfällungen seien ab dem 2. August geplant, informierte Keller zu einem dringlichen Fragenkatalog Leuthardts. Es sei beim vorliegenden Projekt alles getan worden, um möglichst wenige Bäume zu fällen. Sie selber setze sich sehr stark für den Schutz von Bäumen und Grünflächen ein, betonte Keller. Ja, es müsse in Zukunft noch viel mehr davon geben.

«Aber wir werden auch in Zukunft nicht darum herumkommen, bei Bauprojekten in der Stadt einzelne Bäume zu fällen.»

Keller betonte auch, dass der Grosse Rat das vorliegende Projekt abgesegnet habe. «Es wäre bedenklich und rechtsstaatlich kaum vertretbar, wenn die Regierung nun auf Basis von Rückmeldungen eine bereits laufende Baustelle einfach stoppen würde», betonte sie. Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe und Wertvernichtung von bereits bereitgestelltem Material wie etwa Schienen wären die Folge.

Auch sind nach Ansicht des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD) die dortigen Kugelahorne gar nicht unbedingt die beste Form der Bepflanzung: Aufgrund der Lage in der Mitte der Strasse und in Nähe der Tramleitungen müssten diese immer wieder zurückgeschnitten werden. Auch sei die Lebensdauer der Kugelahorne begrenzt. Keller schlug daher im Grossen Rat vor, die Mittelallee zu Gunsten von grosszügigen Baumpflanzungen an der Seite der Margarethenstrasse aufzuheben. Zum Einsatz kommen könnten grossflächige und resistentere Baumarten wie Eichen, Platanen oder Zürgelbäume. Eine Vorstudie dazu sei bereits in Gang, betonte Keller.

Tram muss heute einen unnötigen Schlenker machen

Die heutige Situation in der Margarethenstrasse ist laut Kanton aus vielen Gründen ungünstig. So muss das Tram heute in der an sich schnurgeraden Strasse wegen der Bebauung einen Schlenker zwischen den beiden Tramhaltestellen Margarethen und IWB machen, was den Fahrkomfort trübt und den Verschleiss an den Schienen und am Rollmaterial erhöht. Die Vorstudie soll deshalb auch klären, ob und wie die Strecke zwischen den beiden Haltestellen begradigt werden kann. Mit dem aktuellen Projekt verbunden ist auch eine leichte Verschiebung der Tramhaltestelle Margarethen nach Osten. In beide Fahrtrichtung verbessert sich die Situation für Velofahrende; bestehende Velostreifen werden verbreitert respektive neue geschaffen, wo sie bisher nicht bestanden.

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