Schwimmbad

Basler Badis wappnen sich für Hitzewochenende: Ein Besuch zu Zeiten Coronas

Vor den Baselbieter Gartenbädern liegt ein Hitzewochenende- das erste seit dem Saisonbeginn in Zeiten Coronas. Mit erprobten Schutzkonzepte und dem Vertrauen auf die Eigenverantwortung der Gäste sehen sich die Verantwortlichen für den Andrang gewappnet.

Tanja Opiasa-Bangerter
Drucken
Teilen
Webcams für Badegäste: Der Andrang vor dem Gartenbad St. Jakob war gross.

Webcams für Badegäste: Der Andrang vor dem Gartenbad St. Jakob war gross.

Roland Schmid

«Am Montag merkten wir, wie es anzog», betont Sandro Borer vom Bottminger Tiefbauamt auf Anfrage der bz. Nach dem verhaltenen Saisonstart hätten sich zu Beginn dieser hochsommerlichen Woche zu Spitzenzeiten rund 1200 Gäste im Gartenbad Bottmingen aufgehalten. Gestern sind es um vier Uhr nachmittags laut dem «Real Time Stream» auf der Website der Gemeinde Bottmingen 954 Badelustige.

Rund dreimal mehr Sonnenhungrigen dürften die Verantwortlichen laut dem Schutzkonzept Einlass gewähren, sagt Borer. Dieses sieht auch etliche Dispenser mit Desinfektionsmitteln, ein Einbahnbetrieb und Markierungen zum Abstandhalten vor, betont Borer und hält kurz inne. Der Corona-Sommer habe auch bei ihm Spuren hinterlassen. Für die Angestellten, die stets die Abstände zwischen den Badenden im Auge behalten müssen, seien die verschärften Massnahmen eine Herausforderung.

Trotz des personellen und finanziellen Aufwands habe es einen unerfreulichen Zwischenfall gegeben, so Borer: «Ein Gast hat sich beim Kanton beschwert.» Die Beschwerde habe sich glücklicherweise schnell erledigt – die getroffenen Schutzmassnahmen haben der kantonalen Überprüfung standgehalten. «Das Feedback des Kantons war sehr positiv.» Ärgerlich sei dies dennoch, betont Borer, den die grosse Verantwortung gegenüber den Badenden belastet.

Die Unbeschwertheit kommt abhanden

Auch in der Arlesheimer Badi berichtet man hinter den Kulissen von einer erschwerten Saison. Während man sich an der Kasse über regen Andrang freut – die 1300er-Marke dürfte in den nächsten Tagen geknackt werden – bedauert der Betriebsleiter, dass der diesjährigen Badesaison die Unbeschwertheit abhandenkommt.

«Die Kinder und Jugendlichen können sich nicht so frei bewegen wie sonst», so Jörg Schumacher. Dies, weil auf den Sprungtürmen und der Rutsche ebenfalls Abstände eingehalten werden müssen. Sorgen macht Schumacher zudem, dass ein positiver Fall im Team die Schliessung des Bads zur Folge hätte.

Viele Stammgäste sind verunsichert.

(Quelle: Matthias Jermann, Bademeister im Gartenbad Laufen)

Hinter dem Bademeister des Laufner Gartenbades liegen ebenfalls bewegte Wochen. «Es ist definitiv eine schlechtere Saison», sagt Matthias Jermann, der seit 32 Jahren im Dienst steht. «Viele Stammgäste sind verunsichert.» Besonders Angehörige der Risikogruppe hoffen auf den nächsten Sommer und würden sich dieses Jahr anderweitig abkühlen, sagt Jermann. «Wir machen das Beste daraus.»

Aescher Badi informiert die Badegäste per App

Über die zu erwartenden Hitzetage sei keine Überlastung des Bades zu erwarten. Ähnlich wie die Laufner Badi, die per Zahlenkurve kommuniziert, informiert auch die Aescher Badi per App über freie Plätze – rund 1579 sind es vor Redaktionsschluss.

«Die App ist sehr beliebt und wird rege genutzt», sagt Markus Hänggi, Betriebsleiter des Gartenbades Aesch. An die Kapazitätsgrenze sei man bisher noch nicht gestossen – rund 1400 Besucher habe er am Wochenende verzeichnet. 2025 Gäste sind laut der Verordnung der Gemeinde zugelassen. «Die Mehrheit verhält sich sehr verantwortungsvoll», sagt er.

Besucherzahlen wohl bald am Limit

Auch die längeren Wartezeiten bei den sanitären Anlagen, dort ist der Abstand durch Markierungen am Boden gekennzeichnet, werde in Kauf genommen, sagt Hänggi, der hofft, der Anstieg der Fallzahlen stellt nicht wieder sämtliche Vorschriften auf den Kopf. «Vor Corona hatten wir schon 4000 Besucher auf der Anlage.»

Ans Limit dürfte die Badi im benachbarten Reinach bald kommen, sagt Betriebsleiter Reto Sütterlin. «Wir sind nun bei 1160 Besuchern, am Wochenende waren es 1400.» Auf den grossen Liegewiesen könne der Abstand gut eingehalten werden. «Sogar die Kinder bleiben in Gruppen», sagt Sütterlin. «Die Stimmung ist durchaus positiv.»

In den Gartenbädern auf Basler Boden sieht man sich nicht nur punkto Wasserqualität und Hygiene auf der sicheren Seite, im Gartenbad Bachgraben und St. Jakob sei man weit von einer Überlastung entfernt, sagt Peter Portmann vom Basler Sportamt. Nur das Frauenbad Eglisee musste an wenigen Sonntagen vorübergehend schliessen. Die Webcams, die die Eingänge der beiden Bäder streamen, sind laut Portmann für die Gäste ein wichtiger Indikator.