E-Ticket
Baselland Tourismus legt vor: Region führt Gästepass fürs Handy ein

Als erst zweite Schweizer Tourismusregion führt Baselland Tourismus heute Montag den vollelektronischen Gästepass ein. Die Stadt wird im kommenden Frühling nachziehen – und denkt bereits weiter.

Bojan Stula
Drucken
Teilen
Die Besucher können neu noch vor Antritt der Reise QR-Code und Gästepass auf ihr Handy laden oder zu Hause ausdrucken.

Die Besucher können neu noch vor Antritt der Reise QR-Code und Gästepass auf ihr Handy laden oder zu Hause ausdrucken.

/KEYSTONE/GAETAN BALLY

Am Euro-Airport aus dem Flugzeug steigen, sich in den Flughafenbus setzen, zum halben Eintrittspreis das Tinguely-Museum besuchen und anschliessend mit der Bahn ins Hotel nach Liestal. Und das alles, ohne irgendwelche Formalitäten und Ticketbezüge, sondern einzig mit dem elektronischen Gästepass auf dem Handy: Diese neue Dienstleistung bietet ab heute Baselland Tourismus an – als erst zweite Tourismusregion in der Schweiz überhaupt.

Baselland-Tourismus-Chef Tobias Eggimann freut sich diebisch über den Coup, mit dem er für einmal dem grossen Bruder in der Stadt um einen Schritt voraus ist. Seit 2014 im Baselbiet die Kurtaxe von 3.50 Franken pro Nacht eingeführt worden ist, lief die Ausstellung des Gästepasses analog ab. Touristinnen und Touristen erhielten, im Hotel angekommen, einen kleinen gedruckten Faltprospekt, der vom Gastgeber handschriftlich personalisiert werden musste. Erst danach konnten sie diesen als Generalabo im Tarifverbund Nordwestschweiz und für vergünstigte Eintritte an Ausflugszielen wie dem Zolli, der Wasserfallenbahn oder dem Freizeitbad Aquabasilea benutzen.

«Letztlich können durch die Digitalisierung Druckkosten gespart werden.» Tobias Eggimann Chef von Baselland Tourismus zum neuen Gästepass auf dem Handy

«Letztlich können durch die Digitalisierung Druckkosten gespart werden.» Tobias Eggimann Chef von Baselland Tourismus zum neuen Gästepass auf dem Handy

zvg

Luzern war der Vorreiter

Neu bereiten die rund 250 von Baselland Tourismus registrierten Unterkünfte den E-Pass für ihre Gäste unmittelbar nach der Reservation vor. Die Besucherinnen und Besucher können dann noch vor Antritt der Reise QR-Code und Gästepass auf ihr Handy laden oder zu Hause ausdrucken. Rund 30 000 Franken hat sich der Baselbieter Tourismuschef Eggimann diese Entwicklung kosten lassen und dabei an die Online-Plattform «TourX» angehängt. Luzern Tourismus war damit schweizweit der Vorreiter und hat am vergangenen 1. April die Lösung des Systemanbieters Arcade Solutions AG aufgeschaltet – «mit Erfolg» wie Eggimann betont.

Von der Volldigitalisierung verspricht er sich nicht zuletzt eine administrative Entlastung für die Baselbieter Hotellerie. Gästedaten könnten ab sofort direkt per Schnittstelle in TourX übertragen werden. «Im Weiteren lassen sich die Gästepass-Leistungen online noch besser kommunizieren und auch saisonal anpassen. Letztlich können durch die Digitalisierung Druckkosten gespart werden», zählt Eggimann nützliche Nebeneffekte auf.

Web-App für Basel-Stadt

In der Stadt bietet Basel Tourismus seinen Gästen die «Basel Card» im Kreditkartenformat an, die neben dem Generalabo und Vergünstigungen auch den freien Online-Zugang zum «Guest WiFi Basel»-Netz beinhaltet. Ausgestellt wird diese aber erst nach dem Check-in im Hotel.
Gerade das hält Basel-Tourismus-Direktor Daniel Egloff für einen besonders wichtigen Gästeservice, wenn an der Réception das Karten-Angebot und touristische Höhepunkte von Angesicht zu Angesicht erläutert werden. Auch könne man in Basel «schon längst» mit dem Ausdruck der Hotelreservation gratis den öV benutzen. Nichtsdestotrotz kündigt Egloff auch in der Stadt für den Frühling 2019 eine Digitalvariante der Basel Card an.

Im Dauerwettbewerb der Tourismusregionen bereitet Egloff indes schon den nächsten Schritt vor: «Die für uns wirklich spannende Entwicklung ist eine Web-App, die verschiedene Angebote zusammenfassen kann.» Basel Tourismus denkt da etwa an den Online-Zugriff auf digitale Museums-Guides oder das Entsperren von E-Bikes – über ein und dieselbe Touristen-App. Ob die Lancierung bereits 2019 erfolgen kann, lässt Egloff derzeit noch offen.

Aktuelle Nachrichten