Bubendorf

Bachem ist nicht Actelion

Die Bubendörfer Peptid-Firma bleibe selbstständig, bekräftigt die Geschäftsleitung. Dies insbesondere auch dank ihrer extremen Spezialisierung.

Stefan Schuppli
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Die bunte Fassade des Bachem-Neubaus in Bubendorf soll Vielseitigkeit signalisieren.

Die bunte Fassade des Bachem-Neubaus in Bubendorf soll Vielseitigkeit signalisieren.

Kenneth Nars

Bachem ist in verschiedener Hinsicht eine ungewöhnliche Firma. Sie ist in einem spezifischen Feld tätig, in der Produktion von Eiweiss-Molekülen, den Peptiden. Sie ist in diesem Bereich eine der weltweit führenden Firmen. Sie hat im vergangenen Jahr einen erneuten Umsatz- und Gewinnrekord hingelegt, und die Aktie der Firma hat sich zu einem eigentlichen Börsenliebling entwickelt: 75 Prozent hat das Papier im vergangenen Jahr zugelegt.

Stellen geschaffen

Das alles freute gestern an der Jahresmedienkonferenz in Zürich auch Firmenchef Thomas Früh. Erstmals arbeiten bei der Firma über 1000 Angestellte, 120 Stellen kamen 2016 dazu.

Mit lediglich 237 Millionen Franken Umsatz (+13%) erzielt die Firma einen Gewinn von 41 Millionen (+29%). Am Hauptsitz in Bubendorf wurde im September ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Betrieb genommen. Dadurch wurden andernorts auf dem Areal Räume frei für neue Produktionsanlagen. Wie am Rande der Medienkonferenz zu erfahren war, hat der Mehrheitsaktionär Peter Grogg bereits Flächen auf der anderen Strassenseite erworben. Das Wachstum kann also weiter gehen. Die Firma hat sich für die kommenden Jahre ein Umsatzplus von sechs bis zehn Prozent pro Jahr gesetzt. Auch in diesem Jahr wird der Stellenaufbau weiter gehen. Die Kunden von Bachem kommen aus der Pharma- und Biotechindustrie.

Stabile Besitzverhältnisse

Mit Groggs Ingro Finanz AG, die 55,5 Prozent an Bachem hält, und den Grogg-Familienaktionären (5,4%) hat die Firma ein stabiles Anker-Aktionariat. Das soll auch so bleiben, sagte Finanzchef Stephan Schindler. Ein Fall Actelion oder Syngenta soll die Bachem nicht werden. Es bestehe die Absicht, dass dereinst die Enkel von Peter Grogg die Anteile von Ingro übernehmen. Bachem habe tatsächlich schon Anfragen von Finanzinvestoren aus China erhalten, sagte Schindler mit einem maliziösen Lächeln. Die Anfrage ging ins Leere.

Die extreme Spezialisierung auf die Peptid-Chemie mache die Firma relativ unempfindlich für solche Avancen.

Auch für den Standort Bubendorf muss man sich offenbar auch keine allzu grossen Sorgen machen: Der hiesige Betrieb hat die beste Produktivität in der Gruppe. Trotz hohem Schweizer Franken. Trotz hohen Löhnen.