Autobahn 2/3
Ein langer Streit ist zu Ende: Die Pannenstreifen zwischen Rheinfelden und Augst werden neu zu Fahrbahnen

Die Baubewilligung ist erteilt, nachdem keine neuen Einsprachen eingegangen sind. Dabei hatte sich der Verkehrs-Club der Schweiz jahrelang gegen die Kapazitätserweiterung der Autobahn in diesem Abschnitt gewehrt.

Bojan Stula
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Für die Umwandlung dieser beiden Pannenstreifen zu Fahrbahnen sind bauliche Anpassungen in der Höhe von knapp 5 Millionen Franken veranschlagt.

Für die Umwandlung dieser beiden Pannenstreifen zu Fahrbahnen sind bauliche Anpassungen in der Höhe von knapp 5 Millionen Franken veranschlagt.

Nadine Böni/Archiv

Die Verkehrsbelastung rund um die Autobahnverzweigung A2/A3 zwischen Pratteln und Rheinfelden scheint momentan grösser denn je. So dürfte es zumindest für die täglich im Stau steckenden Pendlerscharen eine gute Nachricht sein: Der Weg für die seit 2017 geplante Umwandlung der Pannenstreifen zu zusätzlichen Fahrbahnen ist frei.

Ende Oktober hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die entsprechende Baubewilligung erteilt, nachdem keine weiteren Einsprachen eingegangen waren. Die für die Ausführung zuständige Zofinger Filiale des Bundesamts für Strassen (Astra) bestätigt entsprechende Informationen der bz.

«Nun erarbeiten wir das Detailprojekt, damit wir die Ausschreibung der Arbeiten vornehmen können», erläutert Astra-Sprecherin Esther Widmer das weitere Vorgehen. Der Baubeginn erfolge frühestens 2023.

Einsprachen und Gerichtsverfahren sorgten für Verzögerung

Die auf rund 5 Millionen Franken veranschlagte Pannenstreifen-Umnutzung musste vor einem Jahr ein zweites Mal öffentlich aufgelegt werden, da sich die Basler Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) 2019 vor dem Bundesverwaltungsgericht die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsprüfung erstritt. Die in diesem Frühjahr veröffentlichte Studie attestierte der Kapazitätserweiterung jedoch keine nennenswerte zusätzliche Umweltbelastung.

Obwohl der VCS in der Methodik der Umweltverträglichkeitsprüfung zahlreiche Schwächen sieht, verzichtet er auf einen Weiterzug seiner Einsprache, wie VCS-beider-Basel-Geschäftsführer Florian Schreier bestätigt:

«Aus unserer Sicht wäre das dafür notwendige Gegengutachten mit zu hohen Kosten und eher geringen Erfolgsaussichten verbunden gewesen, darum haben wir uns gegen den weiteren Instanzenweg entschieden.»

Die Hauptaussage der Umweltverträglichkeitsprüfung, dass die Pannenstreifen-Umnutzung mit keinen besonderen Umweltbelastungen verbunden sei, müsse der VCS darum «so stehen lassen», obschon er insbesondere die darin erfolgte Berechnung der Staustunden mittels «Google Maps» stark anzweifle.

Für die Pannenstreifen-Umnutzung müssen diverse bauliche Anpassungen vorgenommen werden, so auch die Erstellung einer neuen Nothaltebucht. Vorgesehen ist die Kapazitätserweiterung auf dem Autobahnabschnitt in Fahrtrichtung Zürich zwischen der Verzweigung Liestal/Augst und Rheinfelden West; in der Gegenrichtung von Rheinfelden West bis Augst.

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