Aesch

Angenstein-CEO Martin Helfenstein: «Es wird nicht zu einem Stellenabbau kommen»

Die Baselbieter Angenstein AG tut sich mit der im Aargau angesiedelten Estech Holding zusammen und bündelt die Kräfte. Angenstein-CEO Martin Helfenstein sagt, warum diese Zusammenlegung für den Familienbetrieb ein Glücksfall ist und was es für das Aescher Unternehmen bedeutet.

Yann Schlegel
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Martin Helfenstein am einer PWC-Veranstaltung bei der Firma Angenstein in Aesch.

Martin Helfenstein am einer PWC-Veranstaltung bei der Firma Angenstein in Aesch.

Roland Schmid

Wieso kommt es dazu, dass die Angenstein AG den Alleingang aufgibt und sich mit der Estech Industries zusammentut?

Martin Helfenstein: Es hat überhaupt nichts mit einer Krisensituation zu tun. Wir sind ein Familienunternehmen in der dritten Generation. Seit vielen Jahren machten wir uns Gedanken über die Nachfolgestrategie, da es in der Familie keine Nachkommen gibt, welche das Unternehmen operativ weiterführen könnten. Mein sehr guter Freund und Studienkollege Lars Wiese hatte 2016 die Möglichkeit, Mehrheitsaktionär und Geschäftsführer bei der Estech Industries in Seon zu werden. Die Zusammenlegung mit Estech, in Form eines Aktientausches, ist für Angenstein eine ideale Gelegenheit, die Zukunft zu regeln.

Sie verbinden den Zusammenschluss also ausschliesslich mit positiven Gefühlen?

Ja, denn wir bleiben mit den industriellen Tätigkeiten im Geschäft. Lars Wiese ist schon seit 20 Jahren im Verwaltungsrat der Angenstein AG und kennt das Unternehmen ausgezeichnet. Natürlich haben wir auch das Gefühl, gemeinsam stärker sein zu können. Für Estech bringt unser Familienbetrieb Kompetenzen in die Unternehmens-Gruppe, die sich ideal zu ihren Dienstleistungen ergänzen. Die Zusammenlegung war ein Prozess, der über mehrere Jahre hinweg geschah.

Sie sagen es habe nichts mit der wirtschaftlichen Situation zu tun. Doch die Metallindustrie kämpfte in den vergangenen Jahren mit dem tiefen Eurokurs. Ist die Krise überstanden?

Der Eurokurs hat sich auf einem Niveau zwischen 1.15.- und 1.17.- Franken eingependelt. Das hilft uns. Andererseits hat sich die Marktsituation im letzten halben Jahr deutlich verbessert. Der Maschinenindustrie geht es allgemein in Europa aber auch weltweit besser.

Was bedeutet die Zusammenlegung mit ESTECH für die Angenstein-Angestellten?

Nichts. Ich bleibe einerseits Geschäftsleiter der Angenstein AG, welche neu Angenstein Estech AG heisst. Zudem teile ich mir mit Lars Wiese die Gruppenleitung der Estech Group. Es wird in keiner Art und Weise zu einem Stellenabbau kommen, denn wir sind gut ausgelastet. Die 90 Arbeitsplätze in Aesch, respektive 40 Arbeitsplätze im Elsass sind ungefährdet. Tendenziell werden wir eher ein bisschen wachsen als Schrumpfen.