Allschwil
Ohne sie sähe das Bachgraben anders aus: Actelion-Gründer für ihr Lebenswerk geehrt

Sie gründeten Actelion und prägten damit den Aufbruch der Life Sciences in der Region Basel: Das Ehepaar Clozel und Walter Fischli erhalten den Preis der Vereinigung Starke Region.

Tobias Gfeller
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Jean-Paul (3. v. l.) und Martine Clozel (4. v. l.) und Walter Fischli (2. v. r.) erhalten den Preis überreicht.

Jean-Paul (3. v. l.) und Martine Clozel (4. v. l.) und Walter Fischli (2. v. r.) erhalten den Preis überreicht.

Juri Junkov

«Ein Blick über den Hegenheimermattweg reicht, um zu erkennen, was die Preisträgerin und die Preisträger geschaffen haben.» Mit diesem Satz sagte Allschwils Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) in ihrem Grusswort schon fast alles, was man über die Lebensleistung von Martine und Jean-Paul Clozel und Walter Fischli sagen muss. Zusammen mit dem verstorbenen Thomas Widmann stehen sie am Ursprung der wirtschaftlichen Entwicklung im Bachgraben in Allschwil.

Das Ehepaar Clozel, Fischli und Widmann gründeten 1997 das Unternehmen, das sie 2017 als grösstes Biotech-Unternehmen in Europa für 30 Milliarden Dollar an Johnson & Johnson verkauften, um sich mit der Gründung des Unternehmens Idorsia auf Forschung und Entwicklung zu konzentrieren. Auch dieses wurde zum Grosserfolg und ist heute Teil des Life-Science-Clusters im Bachgraben, das Nüssli an der Preisverleihung als «Areal voller Dynamik und Innovationskraft» beschrieb.

Lobende Worte des alt-Gemeindepräsidenten

Die Vereinigung Starke Region, die sich für die Zusammenarbeit von Basel-Stadt, Baselland, Aargau und Solothurn einsetzt, verlieh Martine und Jean-Paul Clozel und Walter Fischli den Anerkennungspreis. Der Baselbieter Regierungsrat und alt-Gemeindepräsident von Allschwil, Anton Lauber (Die Mitte), lobte sie mit den Worten:

«Sie haben Allschwil in die Welt hinausgetragen.»

Martine und Jean-Paul Clozel, Walter Fischli und Thomas Widmann lernten sich bei Roche kennen. Das Pharmaunternehmen stoppte die Entwicklung des von ihnen erforschten Medikaments «Tracleer» gegen Herzinsuffizienz, wegen befürchteten Nebenwirkungen.

Doch das Quartett glaubte weiterhin an den Erfolg und gründete Actelion. Es stellte sich heraus, dass Tracleer zwar weniger gegen Herzinsuffizienz wirkt, dafür umso mehr gegen Bluthochdruck. Das Blockbuster-Medikament war geboren. Jean-Paul Clozel überliess die Dankesrede wegen Rückenschmerzen seiner Frau und Walter Fischli. Was sie geschafft haben, sei vorbildlich für andere Unternehmerinnen und Unternehmer, betonte Clozel und machte Mut, Innovationsrisiko zu akzeptieren, wie sie es mit Actelion getan haben.

Mitbegründer bleibt lieber diskret im Hintergrund

Die 65-Jährige bedankte sich bei den rund 20 Actelion-Mitarbeitenden der ersten Stunden im Saal. Actelion verbindet die Öffentlichkeit vorwiegend mit dem Ehepaar Clozel. Walter Fischli geht oft vergessen. Das stört den 72-Jährigen wenig, wie er der bz verriet.

«Martine und Jean-Paul Clozel traten kommunikativ offensiver in Erscheinung als ich. Das war mir nicht unrecht.»

Ein Milliardenunternehmen, von einem Forscherehepaar gegründet – das klang in der öffentlichen Wahrnehmung wunderbar. Fischli schaut heute mit Begeisterung auf das pulsierende Bachgrabenareal. Actelion sei das beste Beispiel, «dass man einfach mal machen und anfangen soll». Die Folge ihres Muts: Das Innovationszentrum um Actelion wuchs rasant.
Tobias Gfeller

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