Corona-Virus
Zahl der Corona-Fälle steigt in den beiden Basel weiter an

Acht neue Fälle – erstmals treten bei einer Person in der Region Komplikationen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus auf.

Jonas Hoskyn
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Immer Mehr Fälle in Basel. (Archivbild)

Immer Mehr Fälle in Basel. (Archivbild)

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In der Region sind gestern acht neue Corona-Fälle bestätigt worden – fünf in Basel-Stadt und drei in Baselland. Darunter ist erstmals eine eher schwer erkrankte Person. Im Kanton Basel-Stadt konnte in vier Fällen die Ansteckungskette direkt oder indirekt zurückverfolgt werden. Zwei Fälle sind auf den mehrtägigen Grossanlass einer Freikirche in Mulhouse zurückzuführen. Zwei weitere Fälle stehen im Zusammenhang mit der Kindertagesstätte in Riehen, wo vergangene Woche eine Mitarbeiterin erkrankte. Es handelt sich um eine weitere Person, die in der Kita arbeitet sowie um jemanden aus ihrem Umfeld. «Beim fünften Fall sind wir derzeit noch am Abklären, wo sich die Person angesteckt haben könnte», sagt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement.

Die Verantwortlichen überraschen die neuen Zahlen nicht: «Wir mussten diese Entwicklung erwarten. In Europa und auch in der Schweiz nehmen die Fälle zu. Das ist ein typischer Verlauf», sagt Tschudin. Bei der eher schwer erkrankten Person handelt es sich um eine ältere Person. Weitere Informationen gibt der Kanton aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Klar ist, dass damit im Kanton Basel-Stadt innerhalb der vergangenen Woche insgesamt acht Personen positiv auf das Virus getestet worden sind.

Infektionen sind teilweise nicht mehr klar zurückzuverfolgen

Im Baselbiet hat sich mit den drei gestern bekannt gewordenen Fällen das Total der Covid-19-Erkrankungen auf sechs erhöht. Die infizierten Menschen – zwei Männer und eine Frau – befänden sich im Spital oder zu Hause in Quarantäne, heisst es weiter. Ihr Allgemeinzustand werde grundsätzlich als stabil eingestuft. Für die ermittelten Kontaktpersonen sei Quarantäne angeordnet worden. Der kantonsärztliche Dienst prüfe laufend, ob weitere Menschen Kontakt mit den Patienten hatten, und instruiere diese über die Verhaltens- und Quarantänemassnahmen. Das Problem: «Bei den drei neuen Fälle können wir teilweise nicht mehr zurückverfolgen, woher die Ansteckung kommt», sagt Rolf Wirz, Sprecher des kantonalen Krisenstabs. Einen solchen Fall hatten am Mittwoch bereits die Basler Behörden zu verzeichnen.

Soziale Einrichtungen wie Altersheime oder Jugendzentren machen sich derzeit intensiv Gedanken, wie sie mit der Ausbreitung des Virus umgehen sollen. Das Alterszentrum Birsfelden hat am Mittwoch entschieden, den Zutritt für Angehörige und Beistände erheblich einzuschränken und das Restaurant Birsfelderhof für externe Gäste zu schliessen. Besuche von Bewohnenden werden in den kommenden zwei bis drei Wochen unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, das Restaurant wird für die Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich sein. Diese Massnahme wird voraussichtlich bis zum 19. März 2020 andauern.

Gottesdienste und Sportanlässe werden reihenweise abgesagt

Auch die Katholische Kirche ergreift Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. In einem Schreiben an die Gemeinden hat das Bistum Basel Empfehlungen ausgesprochen. So sollen die Gläubigen etwa auf die Bekreuzigung mit Weihwasser und den traditionellen Friedensgruss verzichten. Noch weiter gehen die Gemeinden des Pastoralraums Birstal der Katholischen Kirche BL. Dort werden bis Mitte nächster Woche alle Gottesdienste abgesagt.

Das Corona-Virus bringt auch den Regionalsport immer mehr zum Erliegen. Gestern wurden alle Fussballspiele der Promotion League und der 1. Liga abgesagt. Auch die Playoff-Spiele des Eishockeyclubs Basel gegen Martigny werden um mindestens eine Woche verschoben. Pausieren müssen bis auf weiteres auch die Basketballer der Starwings und die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen. Bisher ist unklar, wann und wie die verschobenen Spiele der verschiedenen Vereine durchgeführt werden können.

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