Atemlos
Wie Helene Fischer zur Party-Göttin von Basel wird

Mit einer rasanten Show begeistert Helene Fischer am Dienstagabend 30'000 Fans im Basler St. Jakob-Park. Hier kommt ein Erlebnisbericht - keine Kritik.

Tobias Gfeller
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Helene Fischer im St. Jakob-Park am 23.6.15
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Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.
Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.
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Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.
Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.
Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.
Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.
Helene Fischer tritt im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel auf.

Helene Fischer im St. Jakob-Park am 23.6.15

Uwe Zinke

Basel, 20.30 Uhr. Im knallgelben Kleid, goldenen Schuhen, die sandalenmässig bis unter die Knie hochgebunden doch etwas seltsam aussehen, und einem goldenen Mikrofon, betritt die deutsche Schlagerkönigin die Bühne. Das Publikum tobt, und Helene Fischer läutet mit «Unser Tag» diesen unvergesslichen Abend im Joggeli ein.

«Wo ist Susanne Bögli?»

Eine Kritik über ein Konzert, bei dem man selber als Fan dabei ist? Unmöglich! Dies wird viel mehr ein Erlebnisbericht werden. Und ein Erlebnis ist Helene Fischer ganz jedes Mal. Sie legt los wie die Feuerwehr. «Und am Morgen früh küss ich Dich wach» und «Fehlerfrei» gehören zu ihren bekanntesten Hits. Das Joggeli singt und tanzt mit, die Arme gehen wippend nach oben. Bei «Mitten im Paradies» haben die Background-Sänger und die Tanzgruppe, die sie in den USA gecastet hat, ihren ersten grossen Auftritt. Jeder Schritt sitzt, mit Tempo und Power. Und Helene Fischer, die ausgebildete Musicaldarstellerin, fällt in diesem Tanzensemble keinesfalls ab. Nach einem rasanten Auftakt spricht sie zum ersten Mal etwas länger zum Publikum. Ein «Grüezi Mitenand» darf bei ihrem einzigen Schweizer Besuch während der Farbenspiel-Stadiontournee natürlich nicht fehlen.

Dann sucht sie auf einmal Susanne Bögli, die auf ihrem Platz im ganzen Stadion am weitesten von der Bühne entfernt ist. Helene ruft die Frau auf, sich bemerkbar zu machen. Und Susanne winkt und winkt in der obersten Reihe, hüpft so fest, dass sie fast die Treppe hinunterfällt. Doch Helene kann sie einfach nicht sehen. «Susanne Bögli, wo bist Du?», ruft sie mehrfach ins Publikum. Das ganze Stadion scheint Susanne zu sehen – nur Helene nicht.

Fischer vereint alle Generationen

Helene Fischer scheut sich nicht davor, andere grosse Hits zu covern. So singt sie «Männer» von Herbert Grönemeyer, in einem Rock-Medley Tina Turners «You're simply the best» und Westernhagens «Sexy». Es ist 22 Uhr und schon dunkel, als es im Joggeli romantisch wird. Helene Fischer beweist mit Bryan Adams’ Ballade «Everything I do, I do it for you», dass sie nicht nur gut tanzen und schön aussehen kann, sondern auch eine hervorragende Stimme besitzt. Das Publikum setzt sich zu grossen Teilen hin, lauscht aufmerksam, Pärchen liegen sich in den Armen. Ob Jung oder Alt, ob Frau oder Mann – niemanden lässt dieser Abend unberührt.

Helene Fischer schafft es wie keine andere deutschsprachige Musikerin unserer Zeit, die Generationen so zu vereinen. Junge Erwachsene, die jede Liedzeile mitsingen und begeistert mittanzen, sind keine Einzelfälle. Doch auch das rüstige Grosi mit Gehstock lässt sich die Show nicht entgehen. Letztere zückt wohl weniger ihr Smartphone, um die Helene-Fischer-App herunterzuladen. Mit dieser lässt sich auf das Handy passend zum Stück «Fieber» eine Lichtshow zaubern. Das Joggeli erleuchtet plötzlich.

Dann hebt Helene Fischer ab

Nach dem Stromausfall am Konzert vor zwei Jahren gibt es auch an diesem Dienstagabend eine kleine Strompanne im St. Jakob-Park. Eine Blume, in der Helene Fischer steht, will sich nach einem Lied nicht mehr herunterfahren lassen. «Ihr habt einfach zu viel Energie», ruft sie ins Publikum. «Basel bleibt immer spannend für mich.»

Nach diesem kleinen Zwischenfall hebt Helene Fischer erst richtig ab. Mittels einer Seilkonstruktion schwebt sie singend über das Publikum und landet schliesslich auf einer kleinen Bühne mitten in der Rasenfläche. Es herrscht Lagerfeuer-Atmosphäre, als sie umgeben von Feuer Bette Midlers Hit «The Rose» haucht.

Endlich wird das Joggeli atemlos

Eingängiger Pop-Schlager, Balladen, Rock ’n’ Roll und eine grosse Show. Helene Fischer bleibt nichts schuldig. Mit «Die Hölle morgen früh» neigt sich der Abend langsam dem Ende entgegen. Die Schlagerkönigin verabschiedet sich von ihrem Publikum und wünscht eine gute Heimreise. Dies nehmen einige Zuschauer wörtlich und verlassen das Stadion. Dies, obwohl jedem klar sein muss, dass noch etwas fehlt. Momente später ist sie wieder da und nach «Phänomen» singt und tanzt auch die gehemmteste Schweizer Seele «Atemlos durch die Nacht». Das Konzert wird so endgültig zur grossen Party und Helene zur Göttin von Basel.

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