Kleinbasel
Vorzeigeladen des Labels Viu konkurrenziert Fielmann

Ein Schweizer Startup-Unternehmen eröffnet in Basel einen Vorzeigeladen für Brillen. Die stilvollen Modelle des Labels sind auch auf dem Online-Portal zu einem konkurrenzfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben.

Melanie Anklin
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Die Brillen sind auch im Online-Portal erhältlich.

Die Brillen sind auch im Online-Portal erhältlich.

shopviu.com

Die Schweizer sind ein Volk von Blindschleichen: Rund 71 Prozent der Bevölkerung benötigen eine medizinische Sehhilfe, seien es Kontaktlinsen oder eine Korrekturbrille. Die Hälfte der Bebrillten entscheidet sich dabei für ein schlichtes, dunkles Passepartout-Modell. Trotz dieser tristen Rahmenbedingungen will das neue Brillenlabel «Viu» die Nasenrücken der Basler erobern: Die jungen Unternehmer bieten mit ihren modischen Designerbrillen aus eigener Kreation eine preisgünstige Alternative zu weltbekannten Marken. Heute um 18 Uhr laden sie die Öffentlichkeit zur Eröffnung ihres neuen «Showrooms» im Kleinbasel an der Feldbergstrasse 71.

Ihre Vision: Sie wollen den Kunden die Möglichkeit geben, sich mehrere Paar Augengläser leisten zu können. So meint Kilian Wagner, Mitbegründer: «Vor allem Frauen besitzen meist eine grosse Auswahl an Schuhen, passend zum Outfit. Warum sollte man also nicht auch die Brille passend kombinieren können?» Die Brille als Accessoire sozusagen.

Das Online-Sparrezept

Die Brillengestelle werden vom Schweizer Designerduo Fabrice Aeberhard und Christian Kaegi entworfen und in einem italienischen Traditionsbetrieb handgefertigt. Dabei wird die ganze Wertschöpfungskette vom Entwurf über die Produktion bis zum Verkauf vom fünfköpfigen Gründerteam selbst kontrolliert, erklärt Wagner stolz. Dank des direkten Vertriebs, unter Umgehung allfälliger Unkosten wie Standortmiete, Mitarbeiterlöhne oder Zwischenhandel, bietet Viu seine Brillen auf dem Online-Portal zu einem konkurrenzfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis an: Während herkömmliche Designerbrillen mit korrigierten Gläsern durchschnittlich bis zu 600 Franken kosten, bietet Viu seine Modelle unter 200 Franken an.

Offline am Stadtrand

Der sogenannte «Viu-Flagshipstore» in Basel ist zwar nach Zürich erst der zweite im Land, weitere sollen jedoch folgen: «Unser Ziel ist es, bis Ende 2014 in allen urbanen Regionen der Schweiz physisch präsent zu sein». Hat dieses Fussfassen auf städtischem Boden nicht erneut Ausgaben zur Folge, welche sich negativ auf den Kaufpreis auswirken? Vielleicht ist das der Grund, weshalb der neue Brillenladen nicht in der Basel Innenstadt öffnet – wo die Bodenpreise horrend sind. Also noch ein Widerspruch: Ein Flagshipstore ist per definitionem ein einzigartiger Vorzeige-Markenladen an einem «exklusiven» Standort mit umfangreichem Sortiment; der Viu-Shop eröffnet jedoch in einer eher peripheren Gegend.

Trotzdem schmiegt sich Viu gekonnt in eine Marktnische des lukrativen Brillengeschäfts ein. Die Macher bieten, wie sie sagen, eine Alternative zu «chinesischer Massenware» einerseits und «überteuerten Markenprodukten des Weltmarktführers Luxottica» andererseits, welcher das Quasimonopol über mehr als 30 Brillenmarken weltweit besitze und dadurch die Preise künstlich hochhalte. Die Basler Viu-Konkurrenz gibt sich dagegen wenig beeindruckt. Thomas Löhr, Chef von Fielmann Schweiz, spricht bloss von einer «Markterweiterung».

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