Fakten im Überblick
Unerfahrener, jünger, weiblicher: So sieht die neue Basler Regierung aus

Seit Sonntag ist klar, welche sieben Personen künftig den Kanton Basel-Stadt führen werden. Ein Blick auf die neue Zusammenstellung des Basler Regierungsrats.

Silvana Schreier
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So sieht die neue Regierung ab Februar 2021 aus: Tanja Soland, Kaspar Sutter, Beat Jans, Stephanie Eymann, Lukas Engelberger, Esther Keller und Conradin Cramer (v.l.n.r.).

So sieht die neue Regierung ab Februar 2021 aus: Tanja Soland, Kaspar Sutter, Beat Jans, Stephanie Eymann, Lukas Engelberger, Esther Keller und Conradin Cramer (v.l.n.r.).

zvg

Basels Regierung ist so weiblich wie noch nie

Zum ersten Mal sitzen in der Basler Regierung drei Frauen. Mit Finanzdirektorin Tanja Soland (SP), LDP-Politikerin Stephanie Eymann und GLP-Regierungsrätin Esther Keller ist die Exekutive so weiblich wie nie zuvor. Dazu kommt, dass Eymann die erste bürgerliche Frau in der Regierung ist. Sie und Keller besetzen die Plätze der sechsten und siebten Frau, die jemals in die Basler Regierung gewählt wurde. Bisher sassen lediglich Regierungsrätinnen von SP und Grünen im Rathaus.

Für die neue Legislatur ab Februar 2021 werden bald auch die Departemente verteilt. Offen sind Stand jetzt das Bau- und Verkehrsdepartement, das Justiz- und Sicherheitsdepartement sowie das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Die letzteren beiden wurden noch nie von einer Frau geführt.

Erste Grünliberale in Kantonsregierung

Dieser Fakt zu Esther Keller war am Wahlsonntag in aller Munde. Zum ersten Mal schaffte es eine Grünliberale in die Exekutive eines Kantons. GLP-Präsident Jürg Grossen verfolgte die Verkündung der Zwischenresultate am Sonntagnachmittag mit. Dabei muss angemerkt werden: Die Zürcher Regierungsrätin Verena Diener wurde als Grüne gewählt, wechselte anschliessend aber noch während ihrer Amtszeit zur GLP.

Zum ersten Mal ohne FDP-Vertretung

1875 nahmen gleich fünf FDP-Politiker Platz im Basler Regierungsrat. Zusammen mit zwei Liberal-Konservativen (heutige LDP) bildeten sie die Exekutive. Seither sass immer mindestens ein Vertreter der Freisinnigen in der Regierung. Mit der Abwahl von Baschi Dürr geht diese Ära zu Ende. Ausserdem: Dürr ist der erste FDP-Regierungsrat seit Karl Burckhardt-Burckhardt, der die Wiederwahl nicht mehr schaffte. Burckhardt-Burckhardt wurde 1881 nach sechs Jahren in der Regierung abgewählt.

So jung und unerfahren ist die neue Regierung

Mit Esther Keller wird im Februar 2021 die jüngste Regierungsrätin ins Rathaus einziehen. Mit ihren 36 Jahren ist sie wenige Monate jünger, als es Baschi Dürr bei seiner Wahl 2012 war. Die neue Regierung ist im Schnitt 44,1 Jahre alt – das entspricht einer Verjüngung um sechs Jahre. Gleichzeitig ist das neue Gremium vermutlich auch das unerfahrenste: Die drei Bisherigen bringen 13 Jahre Regierungserfahrung mit. Am längsten im Amt ist Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP).

Nach 16 Jahren keine rot-grüne Mehrheit mehr

Mit der Wahl der bürgerlichen Eymann sowie der grünliberalen Keller ist das rot-grün dominierte Basel vorerst Geschichte. Künftig stehen sich drei SPler, zwei LDPler, ein CVPler und eine Grünliberale gegenüber. Eine positive Patt-Situation, beschreibt Politologe Mark Balsiger. Das Resultat aus Basel hat ihn nicht überrascht. Und er sieht Vorteile: «Es kann revitalisierend wirken, wenn die Regierung keine feste Mehrheit hat. Dann muss intensiver um Entscheide gerungen werden.» Der Mix aus Parteien und Persönlichkeiten stimmten ihn optimistisch. Gerade auch durch die ähnliche Besetzung des Grossen Rats. Balsiger: «Es gibt nichts Langweiligeres, als wenn die Entscheide bereits im Vorhinein feststehen.» Die neue Sitzverteilung befördere Sach- statt Parteipolitik.

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