Trotz Verbot: 1.-Mai-Demo in Basel ++ rund 1000 Teilnehmer zogen mit ++ «Sieg über die Polizei»

Trotz des Veranstaltungsverbots des Bundes wegen Corona gingen am 1. Mai einige Hundert Menschen auf die Strasse. Die unbewilligte Demonstration zog mit Fahnen und Bannern durch die Stadt.

Michel Ecklin und Andreas Schwald
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Der unbewilligte Demonstrationszug bahnte sich am 1. Mai seinen Weg durch die Basler Innenstadt. Der Verkehr wurde an mehreren Orten blockiert. Die Demo der politischen Linken fand trotz des Veranstaltungsverbots und entsprechenden Weisungen des Bundes zum Schutz vor dem Coronavirus statt. Eine zwischenzeitliche Schätzung ergab mittlerweile rund 1000 Menschen, die teilnahmen. Von den üblicherweise an 1.-Mai-Anlässen anwesenden Baslern Politikern war Basta-Grossrätin Tonja Zürcher mit Mundschutz unter den Teilnehmern auszumachen.

Der Tross zog an der Mittleren Brücke und am Marktplatz vorbei, dann die Freie Strasse hoch und am Bankverein wieder Richtung Wettsteinbrücke und Wettsteinplatz. Die Banken UBS und Credit Suisse entlang der Route blieben dieses Jahr unverschmiert. Am Wettsteinplatz löste sich die Versammlung langsam auf. Jemand brüllte durchs Megaphon: «Sieg über die Polizei!». Weitere Slogans proklamierten «Klassenkampf, Feminismus und Ökosozialismus» oder «Fuck this shit».

Polizei markierte Präsenz, löste Umzug nicht auf

Die Polizei markierte unter anderem mit Motorradpatrouillen Präsenz, liess den Zug aber marschieren. Damit folgte sie während des Demozugs der Basler Praxis, Eskalationen in der Menschenmenge zu vermeiden.

Im Vorfeld hatte die linke Basler Partei Basta noch einen Aufruf zur Teilnahme unterstützt, während sich die anderen Basler Parteien zurückhielten oder die Veranstaltung gar ablehnten. Das kümmerte die rund 1000 Personen wenig: Sie reihten sich dennoch in den Demo-Zug ein und zogen mit Bannern und Fahnen anlässlich des Tags der Arbeit durch Basel.

Unverständnis und Ärger angesichts der Corona-Lage

Unter Politikern, vor allem bürgerlichen, sorgte das Stattfinden und das Dulden der Demo angesichts der rigiden Lockdown-Massnahmen des Bundes für keinerlei Verständnis. So etwa bei SVP-Grossrat Joël Thüring:

Und auch bei CVP-Präsident Balz Herter, der ein schnelles Durchgreifen von FDP-Sicherheitsdirektor Baschi Dürr forderte:

Doch auch Exponenten der SP äusserten sich deutlich zur dennoch durchgeführten Demo: