Dreiland
Südelsass im Griff von Corona: Tiefe Wahlbeteiligung, Maires wurden im Amt bestätigt

Die Tiefe Wahlbeiteilung bei den Kommunalwahlen im Südelsass standen im Zeichen des Corona-Virus. Die Bisherigen wurden allerdings teils komfortabel wiedergewählt.

Peter Schenk
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Jean-Marie Zoellé, Maire von Saint-Louis, wurde komfortabel in seinem Amt bestätigt.

Jean-Marie Zoellé, Maire von Saint-Louis, wurde komfortabel in seinem Amt bestätigt.

Kenneth Nars

Jean-Marie Zoellé, der amtierende Maire von Saint-Louis, konnte sich am Sonntag bei den Kommunalwahlen mit 84 Prozent der Stimmen deutlich durchsetzen, das waren fast 5 Prozentpunkte mehr als bei den letzten Wahlen vor sechs Jahren. Allerdings lag die Wahlbeteiligung bei rekordtiefen 24,1 Prozent; fast die Hälfte wie bei den Wahlen 2014. Zoellé führte dies gegenüber der Zeitung «Dernières Nouvelles d’Alsace» auf die Angst vor dem Corona-Virus zurück und darauf, dass es viele Neubürger in seiner Stadt gäbe, die noch nicht wählen gehen würden. Im gesamten Departement Haut-Rhin nahmen 36,7 Prozent an den Wahlen teil, auch dies ein Minus-Rekord.

Mit 69,6 Prozent gewann auch Jean-Marie Deichtmann, Maire von Huningue, klar. Sein Herausforderer Patrick Striby, der auf 30,4 Prozent kam, hatte vor allem die vielen Immobilienprojekte in der kleinen Stadt kritisiert, sich mit dieser Argumentation aber nicht durchsetzen können.

Alle fünf Bestätigten sind bürgerlich

In Hésingue wurde Bürgermeister Gaston Latscha, ebenfalls Präsident des trintionalen Districtsrats, mit 67,7 Prozent klar bestätigt. Die Maires von Hégenheim, Thomas Zeller, und Blotzheim, Jean-Paul Meyer, hatten keine konkurrierenden Listen und wurden deshalb mit 100 Prozent wiedergewählt. Alle fünf bestätigten Maires sind politisch als bürgerlich einzustufen.

In Mulhouse erhielt die amtierende bürgerliche Bürgermeisterin Michèle Lutz mit 33,7 Prozent die meisten Stimmen und geht als Favoritin in den zweiten Wahlgang am 22. März. Zweiter wurde mit Unterstützung der Linken ein Grüner mit 22 Prozent. De Vertreterin der République en marche von Präsident Emmanuel Macron erhielt 20,1 Prozent. In Colmar gelang es dem Député, Abgeordneter in der Pariser Nationalversammlung, Eric Straumann, den seit 25 Jahren amtierenden Maire Gilbert Meyer mit 37,5 Prozent mit einem Vorsprung von 5 Prozentpunkten auf den zweiten Platz zu verweisen – beide sind bürgerlich.

In Strassburg schnitt die Jeanne Baseghian (Grüne) mit 27,9 Prozent am besten ab. Trotz der Unterstützung des abtretenden Maire Roland Ries kam sein Stellvertreter Alain Fontanel, der auch für die Partei Macrons antrat, nur auf 19,9 Prozent. Eng gefolgt wurde er von der ehemaligen sozialistischen Bürgermeisterin Catherine Trautmann und dem Kandidaten der Bürgerlichen. In allen drei grossen elsässischen Städten ist das Resultat des zweiten Wahlgangs offen. Noch nicht endgültig geklärt ist auch, ob dieser aufgrund des Corona-Virus überhaupt stattfindet.

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