Migration
Schweizerdeutsch wird unbeliebter: Nur noch 64 Prozent der Basler sprechen daheim Dialekt

Die schweizerdeutsche Sprache hat einen schwereren Stand als noch vor zehn Jahren. Beliebter wurde hingegen Hochdeutsch. Je länger Personen aber Zeit in der Schweiz verbringen, desto eher wechseln sie zum Dialekt.

Larissa Gassmann
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Jüngere Personen sprechen daheim eher Schweizerdeutsch.

Jüngere Personen sprechen daheim eher Schweizerdeutsch.

Bild: Sandra Ardizzone

Im Kanton Basel-Stadt wird zu Hause weniger Schweizerdeutsch gesprochen als noch vor zehn Jahren. Dies zeigt eine Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik. Seit 2010 ist die Zahl der Personen über 15 Jahren, für die Schweizerdeutsch daheim eine Rolle spielt, leicht rückläufig. Anfänglich lag der Anteil bei 71 Prozent, 2019 waren es noch 64 Prozent. Publiziert wurden die Zahlen im Dossier des kantonalen Statistischen Amtes.

Stark zugelegt hat demnach etwa Hochdeutsch. Dies zeigt sich auch im schweizweiten Vergleich: Zu Hause oder mit Angehörigen sprechen 11 Prozent der Schweizer Hochdeutsch. Gleichzeitig wird laut einer Stichprobenerhebung 125'210 von insgesamt 162'990 Baslerinnen und Baslern über 15 Jahren Deutsch oder Schweizerdeutsch als Hauptsprache zugeschrieben. Je mehr Jahre seit der Immigration vergangen sind, desto häufiger wird daheim auch Dialekt gesprochen.

Unter den Personen, die weniger als zehn Jahre in der Schweiz leben, sprechen in Basel-Stadt rund 19 Prozent Schweizerdeutsch. Nach dreissig Jahren und mehr sind es knapp dreimal so viele. Die hochdeutsche Sprache dagegen kommt im Eigenheim nach längerer Aufenthaltsdauer seltener zum Einsatz. Knapp 20 Prozent sprechen zehn bis zwanzig Jahre nach der Immigration daheim weder Schweizerdeutsch noch Hochdeutsch. Am beliebtesten ist Dialekt bei der ältesten und der jüngsten untersuchten Altersgruppe.

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