Baloise Session
Popkönigin Amy Macdonald brachte die Zuschauer zum Singen

Die schottische Songwriterin verzückt mit ihrem mädchenhaften Charme an ihrem Konzert bei der Baloise Session die Zuschauer. Amy Macdonald schaffte es sogar, die Basler in Mitsing-Laune zu bringen.

Leif Simonsen
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Hatte das Publikum bald auf ihrer Seite: Amy Macdonald, Songwriterin.
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Musikalische Überraschungen konnte sie dem Publikum indes nicht bieten.
Baloise Session mit Amy Macdonald und James Gruntz
James Gruntz an der Baloise Session 2014

Hatte das Publikum bald auf ihrer Seite: Amy Macdonald, Songwriterin.

Martin Töngi

Vor sechs Jahren war Amy Macdonald zuletzt in Basel zu Gast. Damals ritt die Schottin gerade auf ihrer ersten Erfolgswelle, ihr Debütalbum «This Is The Life» (2007) hielt sich über zwei Jahre in den Schweizer Charts. Zur Schweiz hat die Britin denn auch ein spezielles Verhältnis, denn nirgends sonst auf der Welt ist sie derart erfolgreich. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten brachte es Amy Macdonald mit dem hierzulande bejubelten Album knapp in die ersten 100. Als Macdonald am Sonntagabend bei der Baloise Session in der Messehalle die Bühne betrat, brachte sie trotzdem nicht die besten Erinnerungen mit an ihren letzten Auftritt am Rheinknie. «Damals war noch irgendein Zigarrenhersteller Hauptsponsor, und jedes Mal, wenn ich einatmete, kam ein Schluck Rauch mit», sagte sie. Umso schöner sei es, wieder zurück zu sein, wenn der Rauch ihr nicht mehr in die Nase steigt.

Dem mädchenhaften Charme der 27-jährigen Schottin zu widerstehen: unmöglich. So waren es auch eher Macdonalds mit breitem Akzent vorgetragenen Zoten und Anekdoten, welche das Publikum hinter dem Ofen beziehungsweise den Champagnergläsern in der Messehalle hervorholte. Musikalisch sollte es keine Überraschungen geben: Macdonald trällerte ihre Hits, angefangen von «4th of July», einer Singleauskopplung des neuen Albums «Life in a Beautiful Light». Das klingt dann so: «And it still goes on, like the 4th of July, and my heart still beats, like you’re by my side. And I dream of the day when you’ll be mine.» Ja, Amy Macdonald schreibt ihre Texte im Gegensatz zu vielen anderen Stars selbst – was nicht immer in Tiefgründigkeit mündet. Die Setlist lässt die Fans in der Messehalle ohne Wünsche zurück. «Mr. Rock 'n' Roll», einer der rockigsten Songs in ihrem Palmarès, bricht nach rund einer Viertelstunde das Eis. So, dass die Basler sogar in Mitsing-Laune sind. Zu «Slow It Down» bringt Amy Macdonald zumindest die Hälfte dazu, den simplen Refrain «down, down, down, dodododown» mitzusingen. Der anderen Hälfte, so juxte die Sängerin, sei Respekt zu zollen. «Ihr könnt singen, ohne den Mund zu öffnen. Nicht schlecht!»

Normalerweise ein Pyjama-Tag

Ihren bisher grössten Hit behielt sich Macdonald für den Schluss auf. «This Is The Life», der Song, mit dem ihr als gerade mal 20-Jährige der Durchbruch gelang. Und einer, den sie gemäss eigenen Angaben schon Zehntausende Male gespielt hatte – «von Nervosität keine Spur». Für Macdonald selbst war daher die Zugabe viel nervenaufreibender. Mit «Prepare to Fall» wagte sie als Zugabe einen Song, den sie bisher kaum je gespielt hat. Er kommt etwas melancholischer daher und wird lediglich auf der akustischen Gitarre begleitet.

Bevor Amy Macdonald das Publikum schliesslich nach etwas unter eineinhalb Stunden verabschiedete, durften dann auch ihre Bandmitglieder ihr Können zur Schau stellen. Noch eine letzte Wand mit Stromgitarre und Schlagzeugsolo baute sich auf, gerade so laut, dass es für das angegraute Publikum bekömmlich war. Über die Stimmung konnte sich Macdonald nicht beschweren. Schliesslich sei Sonntag, und das sei ein Tag, an dem sie selber am liebsten im Pyjama unterwegs sei. Umso erfreulicher sei daher, dass die 1550 Zuschauer die Messehalle restlos füllten.