Persönlich
Lieber Busfahrer, danke für Nichts

Wie bestellt und nicht abgeholt stand unsere Redaktorin an der Station. Der BVB-Busfahrer donnerte einfach an ihr vorbei.

Aimee Baumgartner
Aimee Baumgartner 7 Kommentare
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Der Busfahrer hatte andere Pläne.

Der Busfahrer hatte andere Pläne.

Symbolbild: Kenneth Nars

«Endlich Feierabend», dachte ich mir nach dem Spätdienst am vergangenen Freitag. Da mein Dienst etwas länger ausfiel als geplant, fuhr mir das Tram trotz Sprinteinlage vor der Nase weg. Weil ich in der Kälte nicht 15 Minuten an der Station warten wollte, entschied ich mich kurzerhand für eine alternative Verbindung via Margarethen.

Sechs Minuten, bis der Bus kommt. Bald bin ich in der Wärme und komme zu meinem Znacht, dachte ich mir. Den grünen BVB-Bus sah ich schon aus der Ferne. Also stand ich auf, schnappte mir meinen Rucksack und lief ein paar Schritte zum vorderen Teil der Station.

Dem Busfahrer war dies aber offensichtlich komplett egal. Das Bremspedal blieb unberührt und der Bus fuhr an mir vorbei. Auch mein vigoröses Fuchteln mit den Händen und Armen sowie mein Hinterherrennen interessierte den Fahrer nicht.

Verspätet und verfahren

Da stand ich nun. Mit knurrendem Magen, fröstelnd und voller Wut. Und voller Unverständnis. Nach kurzem und intensivem Fluchen – glücklicherweise war um mich herum keine Menschenseele – suchte ich auf der App eine neue Verbindung. Statt in 15 kommt der nächste Bus aber erst in 21 Minuten. Eine Verspätung hat mir jetzt gerade noch gefehlt.

Meinen Frust teilte ich spontan via Telefon mit meinem Vater. Da ich «Gfrörli» nicht herumstehend warten wollte, nahm ich mir vor, einen Umweg via Bahnhof SBB zu fahren. «Hol dir doch noch unterwegs etwas zu essen und nimm dann ein Taxi», empfahl mein Vater. «So ist das Essen dann auch noch warm, bis du zu Hause bist.»

Geld kann man definitiv gescheiter ausgeben. Das Tüpfli auf dem «i»: Der Taxifahrer verpasste zwei Abzweigungen und mein Essen wurde trotzdem kalt.

7 Kommentare
Dario Anceschi

Liebe Aimee, es ist ein Phänomen, welches ich verstehe mir aber Sorgen bereitet. Das man sich öffentlich immer mehr beklagt.   Ich würde viel lieber von einem guten Tag von dir lesen und nicht von einem schlechten. Heute hatten wohl auch der Busfahrer und der Taxifahrer einen schlechten Tag. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Bericht von keinem schlechten Tag, denn die gibt es viel häufiger. 

Nick Meier

Was für ein sinnloser Bericht. So geht es vielen Leuten täglich die mit dem öV unterwegs sind. Die Welt geht nicht unter wenn mal ein Bus Verspätung hat oder der Fahrer ausversehen einen Halt auslässt. Die Menschheit ist einfach zu verwöhnt.