«Mitten in der Woche»
Jennifer Jans: «Wir wollen Musikschaffende aller Genres und Generationen zusammenbringen»

Seit zehn Jahren findet «Mitten in der Woche» in regelmässigen Abständen statt. Der Kulturevent hat sich längst vom Szenetreff zum unterhaltsamen und informativen Konzertabend gemausert.

Stefan Strittmatter
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Die Macherinnen und Macher von «Mitten in der Woche» von links: Jeroen van Vulpen, Jennifer Jans und Steffi Klär.

Die Macherinnen und Macher von «Mitten in der Woche» von links: Jeroen van Vulpen, Jennifer Jans und Steffi Klär.

Benno Hunziker

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres lässt «Mitten in der Woche» (MidW) in seiner 71. Ausgabe am kommenden Mittwoch Highlights aus zehn Jahren Revue passieren. Jennifer Jans, die mit Steffi Klär und Jeroen van Vulpen für das MidW verantwortlich zeichnet, erklärt, warum es ein solches Gefäss braucht in Basel und welche Abende ihre bisherigen persönlichen Highlights waren.

Als Sie vor zehn Jahren MidW ins Leben riefen, fehlte es da an einem Szenetreff für Musikschaffende?

Jennifer Jans: Basel ist sehr reich an tollen Anlässen, die die Szene stärken und sie zusammenbringen. Wir wollten jedoch einen niederschwelligen Ort schaffen, wo Experimente möglich sind. Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass es ein Bedürfnis ist, jenseits des «normalen» Konzertalltags zusammenzukommen.

Ist das Musikschaffen in Basel so verzettelt, dass man die Szene mit Events zu einen versuchen muss?

Unser Fokus liegt darauf, Musikschaffende aller Genres und Generationen zusammenzubringen. Wir sprechen sie persönlich an und stecken viel Liebe zum Detail in die Planung und Umsetzung. Das Zusammenrücken einer Szene kann nie erzwungen werden – wenn dies bei unseren Anlässen ganz natürlich einfach passiert, umso schöner.

Die Reihe hat den ursprünglichen Austragungsort überlebt. Hat sich das Gefäss mit dem Umzug von der Kuppel in die Kaserne verändert?

Die Kuppel war für uns alle ein wichtiger Ort, eine Art Heimat, aber auch die Kaserne ist ein grossartiges Haus mit tollem Team. Das Konzept hat sich über die Jahre verändert, jedoch ist das nicht unbedingt durch den Umzug geschehen. Zu Beginn war die Idee, Musikerinnen oder Bands eine Art Carte-Blanche zu geben. Mit der Zeit hat sich dies zu stärker kuratierten Abenden entwickelt.

Gehen Ihnen da nicht langsam die Themen aus?

Das denken wir auch immer wieder – aber nein, es gibt noch so viel zu hören, zu diskutieren, zu entdecken und zu experimentieren. Solange Basler Musiker mitwirken wollen, bleiben wir motiviert und die Ideen sprudeln weiter.

Was erwartet die Besuchenden am 9. Februar?

Wir werden an dieser ersten Ausgabe im 2022 einen Blick zurück werfen und über die Bedeutung einer solchen Plattform sprechen. Danach gehen wir auf Zeitreise und bekommen Einblick in die jeweiligen Abende, die damals stattgefunden haben.

Apropos Rückblick: Was waren Ihre persönlichen Highlights?

Von den 71 Ausgaben war ich nur an drei Ausgaben nicht live dabei. Ich glaube, die allererste Ausgabe mit Elia Rediger war ein grosses Highlight, da wir zum ersten Mal gesehen haben, dass es funktioniert. Weiter fand ich das «Gitarren-Spektakel» mit 17 Basler Gitarristinnen oder den «Big Bang» mit elf Basler Schlagzeugern super aufregend. Neben vielen weiteren Highlights habe ich auch noch den Abend der Lovebugs in Erinnerung, die 14 Songs von Basler Bands gecovert haben.

Und in der Umkehr: Gab es Abende, die weniger gut funktionierten?

Natürlich gibt es auch Abende, die aus verschiedenen Gründen weniger besucht sind. Das hat oft mit Konkurrenzveranstaltungen oder Dingen wie Schulferien zu tun und weniger mit den Inhalten. MidW kann eben auch im ganz kleinen Rahmen grossartig sein.

Mitten in der Woche #71 – Revue passieren lassen mit der Basler Musikszene. Kaserne Basel. Mittwoch, 9. Februar, 20.30 Uhr. Eintritt frei. Mit Danini & Easy Yves, Black Tiger, Frank Wenzel und Sandro Corbat, Anna Rossinelli und Sarah-Maria Bürgin. www.kaserne-basel.ch