Kinosterben

Mietvertrag nicht verlängert: Pathé-Absage ist der Grund für das Ende des «Plaza»

Das Basler Traditionskino schliesst. Ein Tag nach dem Bekanntwerden nennt die Balintra AG die Gründe für das Ende. Weil keinerlei Interesse bestand, den Kinosaal zu übernehmen, wurde anderweitig nach Lösungen gesucht. In den beiden Etagen, wo das Kino beheimatet war, entstehen jetzt Gewerbeflächen.

Jakob Weber
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Anfang Januar muss Pathé die Liegenschaft übergeben. Dann ist das "Plaza" für immer Geschichte.

Anfang Januar muss Pathé die Liegenschaft übergeben. Dann ist das "Plaza" für immer Geschichte.

Kenneth Nars

Die bz machte gestern publik, dass das von Pathé betriebe «Plaza» in der Steinentorstrasse schliesst. Einen Tag später sind auch Details zu den Gründen für das Ende des Traditionskinos bekannt. Der Mietvertrag zwischen der Eigentümerin Balintra AG, einer Immobiliengesellschaft des Immobilienfonds UBS SIMA, und Pathé läuft Ende 2017 aus. «Die von der Balintra angebotene Verlängerungsoption wurde nicht genutzt», sagt UBS-Sprecherin Sabrina Adam und beendet damit die Spekulationen, dass die Balintra dem Kino gekündigt hat.

Fest steht auch der Zeitpunkt des Auszugs. In der zweiten Januarwoche muss Pathé die Räumlichkeiten übergeben. Sobald die Baubewilligung da ist, wird mit dem Rückbau des Kinos begonnen. «Ein verbindlicher Fahrplan für den Baustart ist erst möglich, wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist», sagt Adam.

Nach der Absage von Pathé hat die Balintra den Einzug eines anderen Kinos geprüft. Weil jedoch keinerlei Interesse bestand, den Kinosaal mit seinen 433 Sitzen zu übernehmen, wurde anderweitig nach Lösungen gesucht. In den beiden Etagen, wo seit 1961 das Kino beheimatet war, entstehen jetzt Gewerbeflächen. «Die Immobilie wird so umgebaut, dass mehrere Mieter einziehen können», sagt Adam. Das jetzige Erscheinungsbild des 1959 erbauten Hauses wird sich nicht gross verändern. Einzig die Schaukästen sollen zu Fenstern ausgebildet werden. Der grössere Teil der Umbauarbeiten ist im Inneren des Gebäudes geplant.

Visualisierung: Das soll aus dem «Plaza» werden:

Aus der Basler Kinoszene äussert sich bislang lediglich das Kultkino zur Schliessung des «Plaza». Geschäftsführer Tobias Faust bedauert die Nachricht. «Je mehr Säle an einem Standort betrieben werden können, desto besser ist die Synergie», sagt er und erklärt damit möglicherweise, warum Pathé in Zukunft auf das kleine «Plaza» verzichtet. Auch für den vergleichsweise starken Rückgang der Basler Kinobesucher – neun Prozent im vergangenen Jahr – hat Faust eine Erklärung parat: «In Basel wandern viele Besucher über die Grenze nach Deutschland ab.» Dennoch ist Faust überzeugt, dass das Kino auch in Zukunft ein fester Bestandteil der Basler Kultur sein wird.