Mein Dreiland
Nahe Grenze, lange Leitung

bz-Redaktor Peter Schenk über die Schwierigkeit, sich in Frankreich ein Buch bestellen zu wollen.

Peter Schenk
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Ein kurzes Gastspiel mit "Nachwehen": Der FNAC an der Steinenvorstadt schloss bereits nach einem Jahr wieder seine Türen.

Ein kurzes Gastspiel mit "Nachwehen": Der FNAC an der Steinenvorstadt schloss bereits nach einem Jahr wieder seine Türen.

Bild: Kenneth Nars / bz Archiv (19.2.2009)

Es wäre nicht das erste Mal. Mehrmals in den letzten Jahren sind bei einem elsässischen Verlag bestellte Bücher auf dem Weg ins nahe Basel verloren gegangen oder brauchten ewig, um anzukommen. Um nicht in Zeitdruck zu kommen, ging das E-Mail mit der Bitte um ein Besprechungsexemplar bereits Anfang Januar raus. Weil die bz im Homeoffice ist, sollte das Buch direkt an meine Privatadresse geschickt werden. Der hoffnungsvolle Gang zum Briefkasten aber war lange Zeit ergebnislos.

Blieb die Nachfrage im Elsass. Noch am 20. Januar bestätigte der Verleger, dass das Buch von Colmar aus losgeschickt worden sei. Gerade mal 75 Kilometer nördlich von Basel liegt diese Stadt. Für die Post schien das zu weit. Es begann die Suche nach Alternativen. Zur Sicherheit könnte man das Buch kaufen. In der Buchhandlung «Encrage» in Saint-Louis war es ausverkauft. Eine Bestellung hätte zehn Tage gedauert – eindeutig zu lang. Und wer weiss, ob es klappt. Im Unterschied zur Schweiz oder zu Deutschland gibt es in Frankreich keine Buchzentren, die dafür sorgen, dass ein in der Buchhandlung vergriffener Titel innerhalb kürzester Zeit abgeholt werden kann.

Bleibt das Internet. Es beginnt positiv, denn Google kennt den Titel. Allerdings ist er auf Amazon derzeit nicht verfügbar. Die Wahl fällt deshalb auf die Schweizer Website des französischen Kultursupermarktes FNAC. Vor vielen Jahren hatte dieser erfolglos versucht, sich in Basel niederzulassen. In der Romandie aber gibt es Läden in Genf, Freiburg und Lausanne. Das ersehnte Buch würde innerhalb der Schweiz verschickt werden. Tatsächlich verspricht FNAC die Lieferung innerhalb von wenigen Tagen. Als es ans Bezahlen ging, sollte sie schon zwei Wochen dauern. Nein danke.

Ein erneutes E-Mail an den Verleger, mittlerweile war fast ein Monat vergangen. Auf die Bitte, der Post ein zweites Exemplar, diesmal mit Rechnung, anzuvertrauen, kam ein Appell an die Geduld. Das Verschicken von Broschüren und Büchern sei «immer ein wenig langwierig». Doch der Verleger behielt recht. Am 30. Januar lag das Buch tatsächlich im Milchkasten. Warum das so lange ging, bleibt ein Rätsel.

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