Grossanlass
Mehrweg-Geschirr: Das Jugendkulturfestival geht den umgekehrten Weg

Die Organisatoren des Summerblues und «Em Bebbi sy Jazz» ärgern sich über das Mehrweggesetz – und da sind sie nicht die einzigen Grossveranstalter in Basel. Anders aber das Jugendkulturfestival: Die Organisatoren wollen an den bisherigen Bestimmungen für Grossanlässe festhalten.

Benjamin Rosch
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Die Veranstalter des Jugendkulturfestivals setzen sich für ein umweltbewusstes Feiern ein.

Die Veranstalter des Jugendkulturfestivals setzen sich für ein umweltbewusstes Feiern ein.

Das Jugendkulturfestival (JKF) stellt sich gegen die Veranstalter von Summerblues, «Em Bebbi sy Jazz» und Konsorten. Diese setzen sich seit Monaten dafür ein, dass das Basler Mehrweggesetz gelockert wird. SP-Regierungsrat Christoph Brutschin stellte jüngst in der bz eine sanftere Umsetzung in Aussicht. Vielleicht schon kommenden Mittwoch kommt das Geschäft in den Grossen Rat. Dann sollte der Regierungsrat Stellung nehmen zur Motion von Ernst Mutschler (FDP) und Oskar Herzig (SVP). Mutschler ist Ehrenpräsident des Bebbi-Jazz.

Diese Stellungnahme ist mit Spannung zu erwarten, denn die Fronten sind verhärtet. Die Veranstalter des Basler Jazzfestivals kündigten am Rande ihrer Pressekonferenz an, in jedem Fall auf ein Mehrweg-Konzept zu verzichten. Genau jetzt fällt ihnen das JKF in den Rücken: «Das JKF wünscht sich ein Weiterverfolgen des eingeschlagenen Weges mit dem Ziel, das Mehrweggeschirr-System längerfristig und nachhaltig zu optimieren», schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung.

Sie wollen auch bei gelockerten Regeln nicht von ihrem bisherigen Konzept abweichen. «Christian Rickenbacher, Vorstandsmitglied und Nachhaltigkeitsverantwortlicher des JKF, garantiert, dass jegliche Stände auch 2017 komplett mit Mehrweggeschirr ausgestattet sein werden», heisst es. Mutschler und Herzig hatten verschiedenste Veranstalter zusammenrotten wollen, um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen. Das JKF kündigt nun an, die Motion nicht zu unterschreiben.

Coop im Boot

Stattdessen geht Rickenbacher in die Offensive und will die Jazz-Liebhaber beim Projekt Nachhaltigkeit unterstützen: «Durch die langjährige Umsetzung eines Mehrwegkonzeptes konnte sich das JKF einen grossen Erfahrungswert aneignen und ist gerne bereit, dieses Wissen mit anderen Veranstaltern und der Stadt zu teilen.» Die Jugendlichen sehen sich in der Pflicht, sich für ein umweltbewusstes Feiern einzusetzen.

Das JKF ging schon bei den letzten beiden Malen einen eigenen Weg und handelte mit der Coop Pronto-Filiale einen Deal aus. Der Discounter verlangte während der Veranstaltung ein Depot auf alle Getränke. «Wir werden dies auch nächstes Jahr wieder so machen», kündigte JKF-Präsident Alain Schnetz gegenüber der bz an.

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