Universität Basel
Loprieno geht im Juli 2015 – Nachfolge-Suche beginnt diese Woche

An der Universität Basel kommt es zum Führungswechsel. Der Rektor Antonio Loprieno verlässt sein Amt, welches er Anfang Oktober 2006 angetreten hatte, vorzeitig per 31. Juli 2015.

Pascale Hofmeier
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Antonio Loprieno, Präsident Rektorenkonferenz der Schweizer Unis.

Antonio Loprieno, Präsident Rektorenkonferenz der Schweizer Unis.

Keystone

Bevor der Rektor der Universität Basel seinen überraschenden Rücktritt öffentlich bekannt gab, verschickte er am Sonntagabend ein persönliches Mail an die Studierenden und Mitarbeitenden. Hinter dem Vorgehen könnte man einen Skandal wittern oder eine Panne – wäre der Absender nicht Antonio Loprieno, bekannt für seine kommunikativen Fähigkeiten und seine besonnene Art.

«Er ist ein hervorragender Repräsentant nach innen und nach aussen. Und er hat eine ausserordentliche Fähigkeit zu kommunizieren», sagt Ulrich Vischer, Präsident des Unirates. Er bedauert den vorzeitigen Rücktritt des Rektors per 31. Juli 2015, betont aber auch: «Primär sind wir für die dann insgesamt neun Jahre Engagement dankbar. Denn so lange versah in jüngerer Zeit niemand diese anspruchsvolle Funktion.» Seit 2006 ist Antonio Loprieno Rektor der Universität Basel. 2012 wurde für eine dritte Amtszeit bis 2018 bestätigt. Loprieno präsidiert auch die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten.

Zwei Überlegungen hätten zu seinem vorzeitigen Rücktritt geführt, sagt Loprieno. Erstens: «Der Universität Basel geht es gut, wir sind bestens aufgestellt.» Es sei bekannterweise besser, aus einem Amt zurückzutreten, solange das Vertrauen in die eigene Person noch intakt sei. Die Uni befinde sich aus akademischer und institutioneller Sicht in einer guten Phase. Und vor wenigen Monaten hätten die Trägerkantone durch die Erhöhung ihrer Beiträge ermöglicht, die Strategie 2014 umzusetzen.

Seine zweite Überlegung hängt mit der Zukunft zusammen. Spätestens 2016 beginnen die Verhandlungen für den Leistungsauftrag 2017 bis 2021. «Es ist wichtig, dass ein Nachfolger die Möglichkeit hat, auf den Leistungsauftrag einzuwirken», sagt Loprieno. Es sei nicht «fair», von einem Nachfolger zu erwarten, dass er die Konzepte umsetzt, die er selber nicht entwickelt hat – auch hinsichtlich anstehender Entwicklungsschritte und Herausforderungen. Welcher Art diese Herausforderungen für die Uni sein werden, dazu will er sich nicht äussern: «Das wäre eine zu grosse Einschränkung für meine Nachfolge.»

Für den Rücktritt entschieden hat sich Loprieno im Juli, der Universitätsrat ist seit letzter Woche informiert. Im Nachhinein betrachtet sei es schon auch so, dass er vielleicht ab und zu Anzeichen von Amtsmüdigkeit feststelle. Eine schlaflose Nacht mehr, ein wenig mehr Ärger als noch vor zwei, drei Jahren. «Ich bin nicht amtsmüde – aber es könnte passieren.» Pläne für die Zeit ab August 2015 habe er noch nicht, aus Gründen «mentaler Hygiene», wie Loprieno erklärt. Er wolle zuerst seine Amtszeit abschliessen. Danach könne er sich vorstellen, sein Fach, die Ägyptologie, wieder aufzunehmen oder aber als Berater im Bereich Wissenschaftsmanagement tätig zu sein. Loprieno kam als Professor für Ägyptologie im Jahr 2000 an die Uni Basel. Er wurde 1955 in Bari geboren. Nach dem Studium der Ägyptologie, Sprachwissenschaft und Semitistik in Turin habilitierte er an der Georg August-Universität in Göttingen. Als Dozent war er an den Universitäten von Perugia, Göttingen und der University of California in Los Angeles (UCLA) tätig.

Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin beginnt noch diese Woche. Bei der Regenz liegt bereits ein Entwurf des Anforderungsprofils auf dem Tisch. Am Mittwoch wird das Wahlgremium an seiner Sitzung das Profil verabschieden und publizieren. Wer der neue Rektor oder die neue Rektorin der Uni Basel wird, darüber entscheidet eine Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Regenzausschusses, zwei bis drei Dekanen und zwei Mitgliedern des Rektorates.

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