Baloise Session
Leona Lewis: Ein Weltstar mit Gänsehaut-Garantie

Über 20 Millionen Tonträger hat sie schon weltweit verkauft. Am Samstag begeisterte Leona Lewis ihre Fans mit eigenen Songs und gelungenen Coverversionen bekannter Hits.

Céline Feller
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Scheuer Mensch, grosse Stimme: Leona Lewis.

Scheuer Mensch, grosse Stimme: Leona Lewis.

Keystone

Ihre Background-Sängerinnen und die Band sind schon bereit, als Leona Lewis auf die Bühne schleicht, einmal kurz – etwas schüchtern – ins Publikum winkt und anfängt zu singen. Die Britin schlägt wider Erwarten keine leisen Töne an, sondern eröffnet ihren ersten Auftritt an der Baloise Session mit einer schnelleren Nummer.

Balladen-Königin Lewis ist als Garantin für Gänsehaut-Feeling bekannt. Und das Publikum muss nicht lange warten, bis es sich breit macht. Nach den ersten Tönen ihres Songs «Better in Time» hat Lewis das Publikum auf ihrer Seite. Gleichzeitig wird klar, weshalb sie im Jahr 2006 so überlegen die britische Ausgabe von «The X Factor» gewonnen hat: Ihre Stimme hat einen unglaublich grossen Umfang und füllt mit ihrem Volumen den ganzen Saal.

Warten auf die traurigen Lieder

In der ersten Konzert-Hälfte konzentriert sich die Singer-Songwriterin hauptsächlich auf ihre neueren Songs, meist Single-Auskopplungen aus ihrem dritten Studioalbum «Glassheart». Bei der gleichnamigen Single greift die ansonsten eher zurückhaltende Lewis selber zu Drumsticks und gibt den Beat auf einem Mini-Schlagzeug an. Damit lockt sie das Publikum weg von den Tischen hin zur Bühne, um zu tanzen.

Das Warten auf ihr Markenzeichen, die tiefgründigen, oftmals sehr traurigen Lieder, dauert weiter an. Lewis verschwindet für einen kurzen Moment hinter der Bühne, ein Kostümwechsel ist angesagt. Mit einem riesigen, glitzrigen Pailletten-Mantel kehrt sie zurück, setzt sich auf einen kleinen Stuhl und nimmt das ebenfalls mit Glitzer besetzte Mikrofon in die Hand.

«Ich möchte jetzt einen meiner Lieblingssongs für euch singen», sagt sie, und stimmt «The first time I ever saw your face» an. Der Song ist ein Cover des Nummer-eins-Hits von Roberta Flack

Eine Reihe Cover-Songs

Es ist der Anfang einer Reihe von Coversongs, von David Guettas «Titanium» über Rihannas «Diamonds» bis hin zu Pharell Williams’ Gute-Laune-Hit «Happy» oder «Hotel California» von den Eagles. Wirklich überraschend kamen die vielen Covers nicht. Ihre Debütsingle und gleichzeitig ihr erster Hit, «A moment like this», ist ebenfalls eine Neu-Interpretation eines Liedes von Kelly Clarkson aus dem Jahr 2002.

Und die vielen Covers zeigen einmal mehr, dass die Frau einfach jeden Song singen kann. Ihre glasklare Stimme erinnert ein wenig an Whitney Houston. Adaptiert auf ihren klassischen Mix aus Pop, Soul und R’n’B weiss sie mit jedem einzelnen Lied zu begeistern. Einziger Nachteil: Ihre eigenen grossen Hits kommen etwas zu kurz.

Kurz vor Schluss liefert sie dann aber noch die zwei Songs, auf die sich das einstündige Warten definitiv gelohnt hat: «Run» und «Bleeding Love», zwei ihrer frühesten und schönsten Titel. Nach dem letzten Ton fliegen ihr verdientermassen und sprichwörtlich die Herzen ihrer Fans zu, in Form von Plüsch-Herzchen. Sie hebt sie vom Boden auf, bedankt sich, winkt ein letztes Mal ins Publikum und schleicht genauso schüchtern von der Bühne, wie sie sie betreten hat.