Gastro

Kult-Café Kirschgärtli steht vor dem Aus

Die jetzige Pächterin klagt über Umsatzeinbruch und sucht nach einem Nachmieter – bis jetzt vergeblich.

Rahel Koerfgen
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Das Café Kirschgärtli in Basel.

Das Café Kirschgärtli in Basel.

Nicole Nars-Zimmer

Wer in Basel oft zu Mittag isst und ein Sparfuchs ist, dem dürfte der Name ein Begriff sein: Das Tagescafé Kirschgärtli steht seit Jahrzehnten für guten Kaffee und einfache, aber leckere Gerichte – zu sehr günstigen Preisen. Unter dem langjährigen Betreiber Stephan Jordi gabs das Mittagmenu inklusive grossem Salat und umgeben von Interieur aus den 70er-Jahren ab elf Franken, der Kaffee kostete drei Franken. Jordi war vor allem für seinen Toast Hawaii bekannt. Ein Gericht, das zwar von vorgestern ist, im «Kirschgärtli» aber mit Wonne verspeist wurde.

2016 hörte Jordi altershalber auf, Romy Salaj vom Restaurant Bäumlihof übernahm in der Absicht, den Betrieb in der Kirschgarten-Passage nach einer sanften Renovierung im Sinne von Jordi weiterzuführen. Doch nun steht das Kult-Café vor dem Aus.

In der Zwischenzeit haben die Betreiber nämlich mehrmals gewechselt. Und es kündet sich eine weitere Veränderung an. Auf Homegate wird für das «beliebte Mittags-Café» ein Nachmieter gesucht. Die jetzige Betreiberin Valérie Dubos will frühzeitig aus dem Vertrag aussteigen, bestätigt sie: «Wegen Corona hat sich mein Umsatz halbiert, ich musste bereits meine einzige Mitarbeiterin entlassen.» Sie spüre, dass viele Leute im Home Office arbeiten und nicht auswärts mittagessen. Bereits seit Frühling suche sie vergeblich nach einem Nachmieter.

Dubos hofft nun auf einen Interessenten, der sich kommende Woche das Café ansehen wird. Egal, wer den Betrieb übernimmt: Die Chancen, dass ein einstiger Nachmieter den ursprünglichen «Kirschgärtli»-Groove aufrecht erhält, sind wohl sehr klein.