Interview
Keine Konzerte wegen Corona: Das Prattler Z7 veranstaltet deshalb ein zweitägiges Streaming-Festival

Das Prattler Z7 veranstaltet ein zweitägiges Streaming-Festival. Organisatorin Melanie Mandel erklärt die Hintergründe.

Stefan Strittmatter
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Marc und Giuliana Storace treten im Z7 auf.

Marc und Giuliana Storace treten im Z7 auf.

zVg

Es hat Tradition, dass über die Festtage das Z7 gerockt wird. Wegen der Pandemie bleibt die Konzerthalle in Pratteln dieses Jahr aber geschlossen. Nun ­streamt das Team um Norbert Mandel während zweier Abende jeweils drei Konzerte ins Netz – untere anderem mit ­­Krokus-Frontmann Marc Storace und der lokalen AC/DC-Tribute-­Band Live/Wire. Mandels Tochter Melanie erklärt, wie es dazu kam und was sich das Z7 von den Zuschauern erhofft.

Was ist die Idee hinter dem Streaming-Festival?
Melanie Mandel: Die Idee kam von Live/Wire, die traditionell jedes Jahr im Dezember eine Doppelshow bei uns spielen. Nach 17 Jahren und 23 Gigs kann man schliesslich nicht einfach nichts tun! Die Idee wurde dann etwas grösser und so ist «Z7 ­Virtual Rock» entstanden.

Seit wann ist der reguläre Betrieb im Z7 unterbrochen?
Unser normaler Betrieb liegt seit dem 16. März auf Eis. Im Sommer konnten wir im Rahmen der Lockerungen, dank ehrenamtlichen Mitarbeitern und fairen Deals mit den Bands sieben kleine Konzerte veranstalten. Seit Ende Juli haben wir wieder gar keine Konzerte mehr und sind weiterhin in Kurzarbeit.

Haben Sie Unterstützung von Kanton oder Bund ­bekommen?
Ja, wir haben schon eine erste Tranche der Ausfallentschädigung erhalten.

Melanie Mandel «Wir können den Leuten wenigstens ein bisschen Konzert-Feeling nach Hause bringen.»

Melanie Mandel «Wir können den Leuten wenigstens ein bisschen Konzert-Feeling nach Hause bringen.»

Kenneth Nars

Wie muss man sich die Streaming-Gigs vorstellen?
Vor Ort wird das nicht sehr ­spektakulär – also ohne die PA-­Beschallung der Halle, da diese die Tonqualität im Stream ­mindern würde. Aber die Bands spielen auf der Bühne, als ob ein Publikum da wäre... So soll es ja bei den Fans zu Hause ankommen.

Streaming erfordert eine andere Technik, haben Sie externe Profis beigezogen?
Für die Konzerte haben wir die Firmen Opera und Audiorent mit im Boot, die für hohe Qualität bei den Filmaufnahmen – mit mehreren ­Kameras – und beim Ton sorgen.

Können Sie sich vorstellen, auch in Zeiten nach Corona zu streamen, oder ist das bloss eine Notlösung?
Ein Stream wird nie ein Ersatz für Livekonzerte sein. Zum Konzert gehören Impressionen und Emotionen, die kaum per Video übertragen werden können. Aber in so schweren Zeiten und ohne Live-Events können wir den Leuten wenigstens ein bisschen Konzert-Feeling nach Hause bringen.

Der Stream ist kostenlos, aber es gibt ein Spendenkonto. Was erhoffen Sie sich in Sachen Zuschauern und Einnahmen?
Wir hoffen natürlich auf möglichst viele Zuschauer, die sich an den Konzerten erfreuen. Da alle Mitwirkenden kostenlos arbeiten, hoffen wir, die Produktionskosten so decken zu können.

Wann finden voraussichtlich wieder Livekonzerte im Z7 statt?
Aktuell haben wir Anfang Jahr noch einige wenige Shows im Programm, mit denen wir wohl aber nicht rechnen dürfen. Wir hoffen, dass ab Frühling oder Sommer wieder kleine Konzerte möglich sind.
Konzerte
Freitag, 18. Dezember: Lion Minds (20.30 Uhr), 15 Shades Of Purple (21.10 Uhr), Marc & Giuliana Storace (22.20 Uhr).

Samstag, 19. Dezember: Redeem (20.30 Uhr), Marc Amacher (21.25 Uhr), Live/Wire (22.35 Uhr). Stream auf Z7-Facebook-­Seite oder Youtube.