Herbstmesse

In Basel gibt es schon bald eine monatelange «Mini-Mäss»

Trotz der Absage der Herbstmesse soll es neben einem Riesenrad auch einzelne Messeangebote bis im Herbst 2021 geben.

Aimee Baumgartner, Lea Meister
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Auf Basel kommt ein spezielles Herbstmessejahr zu. Nachdem die Messe im 550. Jubiläumsjahr coronabedingt abgesagt werden musste, kommunizierte der Kanton im August das weitere Vorgehen.

Ein Riesenrad werde es geben und einzelne Informationssäulen zum Jubiläum. Am Freitag wurden die konkretisierten Pläne kommuniziert. Neben dem versprochenen Riesenrad auf dem Münsterplatz, welches der Stadt bis zum 3. Januar erhalten bleibt, wird es auch einen kulinarischen Bezug zur Herbstmesse geben: Verschiedene traditionelle Confiserien erhalten die Möglichkeit, an diversen Orten Präsenz zu markieren.

Messestimmung bis zur nächsten Ausgabe

Der Kanton plant allerdings schon weiter. Auch im Jahr 2021 soll die Basler Herbstmesse durchgehend präsent sein. Neben den Informationssäulen zum Jubiläum werden auf weiteren Messeplätzen je eine traditionelle Bahn und eine Confiserie stehen. Auf dem Barfüsserplatz wird dies vom 4. Januar bis Mitte April eingeplant, auf dem Petersplatz von Mitte April bis Mitte August und auf dem Messeplatz von Mitte August bis zur Herbstmesse 2021. Angesprochen auf die Pläne und die damit verbundenen Schutzmassnahmen sagt Sabine Horvath vom Standortmarketing: «Das Konzept bietet einen würdigen Rahmen für das Jubiläum und wird der Situation absolut gerecht.»

Durch die Aufteilung auf verschiedene Standorte werden kaum grosse Besucherströme entstehen, weshalb der Gesundheit eines jeden Einzelnen auch ausreichend Sorge getragen werden kann. Dass der Weihnachtsmarkt stattfinden darf, die Herbstmesse aber nicht, habe keineswegs für Unverständnis gesorgt, sagt Horvath. Die Herbstmesse sei kürzer und verzeichne daher grössere Publikumsaufkommen. Zudem würden sich eine Million Besucher an sieben Standorten aufhalten, was Zugangskontrollen erschwere.

Schweizer Riesenrad auf Münsterplatz

«Wir freuen uns sehr, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Dieser kann einfacher koordiniert und das Schutzkonzept besser eingehalten werden. Im Allgemeinen war sehr viel Engagement spürbar.» Den Zuschlag für das Riesenrad auf dem Münsterplatz hat zum allerersten Mal die Firma Swiss Wheel erhalten. In den letzten Jahren ist dieser jeweils an einen deutschen Betreiber gegangen.

Umso grösser ist die Freude bei Swiss-Wheel-Inhaberin Anja Bourquin: «Ich finde es sehr schön, dass sich der Kanton für ein Schweizer Riesenrad entschieden hat, das zeigt auch eine Solidarität uns Betreibern gegenüber.» Zuletzt stand das 46 Meter hohe Rad für drei Monate in Interlaken. Dort haben sie und ihr Mann gemerkt, wie gross das Bedürfnis nach «etwas Schönem in dieser tristen Zeit» ist. Ihnen sei auch verhältnismässig viel Dankbarkeit entgegengebracht worden. Hinzu käme, dass sie noch nie so viel Trinkgeld erhalten haben, wie aktuell.

«Teil dieses Jubiläums zu sein, bedeutet mir viel»

Gleich neben dem Riesenrad wird der Confiserie-Wagen von Urs Wolf aufgestellt. Auf dem Münsterplatz verkauft er traditionelle Leckereien wie Magenbrot, gebrannte Mandeln und Rahmtäfeli. Es ist der erste und möglicherweise auch einzige Einsatz in diesem Jahr. «Für mich ist es riesiges Highlight. Teil dieses Jubiläums zu sein, bedeutet mir viel. Die finanziellen Einnahmen sind fast schon zweitrangig», sagt Wolf, dessen Familie bereits seit rund 35 Jahren an der Basler Herbstmesse mit dabei ist.

Am 24. Oktober um 12 Uhr wird das Jubiläumsjahr vom Messeglöckner Franz Baur eingeläutet.