Babymorde
Im Abfallsack entsorgt – mutmassliche fünffache Baby-Mörderin ist wohl schuldfähig

Seit Ende November sitzt eine Frau in Mulhouse in Untersuchungshaft, die fünf ihrer Neugeborenen getötet haben soll. Laut einer ersten psychiatrischen Untersuchung wurde keine psychische Erkrankung festgestellt. Sie könnte also verurteilt werden.

Peter Schenk
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Im Dorf Petit Landau, 25 Kilometer nördlich von Basel, wurde die Frau verhaftet.

Im Dorf Petit Landau, 25 Kilometer nördlich von Basel, wurde die Frau verhaftet.

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Die Geschichte hat Ende November im Elsass für viel Aufsehen gesorgt. Die Polizei nahm in Petit Landau, 25 Kilometer nördlich von Basel, eine Familienmutter fest, die fünf ihrer Neugeborenen getötet haben soll. Seitdem sitzt sie in Mulhouse in Untersuchungshaft. Die Untersuchungsrichter klagte sie wegen Mord an. Ihr droht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Die elsässischen Tageszeitungen berichteten heute, dass sie voraussichtlich schuldfähig ist. Ein erstes psychiatrisches Gutachten habe keine psychische Erkrankung ergeben. Sie könnte also verurteilt werden. Die Justizbehörden versuchen auch zu klären, wie die Frau die Schwangerschaften vor ihren drei weiteren Kindern und ihrem Lebenspartner verheimlichen konnte. Sie hat jeweils alleine zu Hause entbunden und die Neugeborenen danach getötet.

Vier tote Babys im Kehrrichtsack

Die Schwangerschaften sollen im Zeitraum 1990 bis 1995 und 2003 bis 2005 gewesen sein. Bereits im Oktober 2003 wurde im Wald von Galfingue bei Mulhouse ein Kehrrichtsack mit den Leichen von vier Neugeborenen gefunden. Die Mutter hatte die Leichen aufgrund eines anstehenden Umzugs dorthin gebracht. Bis vor kurzem konnte der Fall nicht aufgeklärt werden.

Die Polizei fand erst aufgrund eines Nachbarschaftsstreits zu der Frau. Nach dem Streit war ein DNA-Test genommen worden. Eine Abgleichung mit einer nationalen Datei ergab, dass die DNA der Familienmutter und der Babyleichen identisch war. In einer Tiefkühltruhe fanden die Polizisten eine weitere Leiche. Die Frau gab diesen Mord spontan zu.

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