Legislaturperiode 2021-2025
Flüchtige Liebschaften in der Basler Politik: Die Departemente sind verteilt

Der Regierungsrat hat heute über die Departementsverteilung für die Legislaturperiode 2021 bis 2025 befunden. Vieles bleibt beim Alten. Die Neugewählten erhalten die offenen Departemente. Keller (GLP) wird Baudirektorin, Eymann (LDP) kriegt das Sicherheitsdepartement und Sutter (SP) das WSU.

Leif Simonsen
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Die Departemente sind verteilt: So sieht der neue Basler Regierungsrat aus.

Die Departemente sind verteilt: So sieht der neue Basler Regierungsrat aus.

zvg

Zwei Tage haben die frisch gewählten Regierungsräte gebraucht, um sich von kumpelhaften Parlamentariern in diplomatische Magistraten zu verwandeln. Nach der gestrigen ersten Sitzung in der neuen Zusammensetzung wollten sie nichts über den Ablauf der Departementsverteilung («das sind Interna») sagen, sondern vielmehr Floskeln darüber loswerden, wie sie sich auf die neuen Aufgaben freuen.

Überraschungen blieben freilich aus. Die Bisherigen Lukas Engelberger (CVP, Gesundheitsdirektor), Conradin Cramer (LDP, Erziehungsdepartement) und Tanja Soland (SP, Finanzdepartement) entschieden sich, ihre Departemente zu behalten.

Die Neuen sind zufrieden

Bei Stephanie Eymann (LDP) und Esther Keller (GLP), die erfolglos fürs Regierungspräsidium kandidiert hatten, ist die innige Liebe zum Präsidialamt offenbar nach zweimal schlafen verflogen. Denn Eymann, die das Amt des abgewählten Sicherheitsdirektors Baschi Dürr bekam, zeigte sich darob «wirklich sehr zufrieden». Sie werde bald «ein Herz» für diese Aufgabe entwickeln, meinte sie.

Die Grünliberale Esther Keller, die als neu Gewählte mit dem schwächsten Resultat das am Schluss übrig gebliebene Bau- und Verkehrsdepartement übernehmen musste, frohlockte: «Ich bin sehr glücklich. Ich habe mich ja bereits stark für die Stadtentwicklung sowie den Klimaschutz eingesetzt. Und mit dem Bauwesen bin ich seit Jahren verbunden, da ich mit ‹Bauen digital Schweiz› zusammenarbeite.»

Auch Kaspar Sutter freute sich «sehr» über seine neue Aufgabe: Der Sozialdemokrat übernimmt das Wirtschafts-, Sozial- und Umweltdepartement. Er bringe die entsprechende politische Erfahrung aus der Tätigkeit in der Sozial- sowie in der Wirtschaftskommission mit.

Engelberger hätte sich Wechsel vorstellen können

Dass in der Basler Regierung nicht alles über den Haufen geworfen wird, hat in erster Linie mit Lukas Engelberger zu tun. Noch vor einem Jahr hätte er sich vorstellen könne, nach sechs Regierungsjahren ein neues Dossier anzunehmen – obwohl er gerne Gesundheitsdirektor sei.

«Das wäre in diesen Zeiten aber nicht verantwortungsbewusst», sagte er nun. Komme dazu, dass er seit relativ kurzer Zeit Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz sei. «Ich muss da liefern», meint er.

Cramer («Ein Wechsel stand für mich nie zur Debatte») und Soland, die erst seit einem Jahr im Amt ist, fiel die Entscheidung leicht. Beat Jans (SP) hatte es am einfachsten von allen: Nach seinem Durchmarsch ins Regierungspräsidium blieb ihm keine Wahl. Schon am Sonntag freute er sich ungemein über sein neues Departement. Auch er hat übrigens eine emotionale Kehrtwende hinter sich. Bis zum ersten Wahlgang hielt er nicht viel vom Präsidialdepartement. Aber dann verliebte er sich ganz schnell.

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