Premiere

Feldschlösschen wagt das Weizenbier

Zum ersten Mal braut Feldschlösschen dieses Spezial-Bier. Das mit Koriandersamen und Orangenschalen gebraute Bier ist ein fruchtiges Erlebnis.

Stefan Schuppli
Drucken
Teilen
Feldschlösschen Weizenbier: Ein bisschen besonders, aber nicht zu fest.

Feldschlösschen Weizenbier: Ein bisschen besonders, aber nicht zu fest.

Markus Raub / RMP Media Producti

Würde man jemand fragen, wie das denn so läuft, mit dem Bierabsatz in der Schweiz – er (oder sie) würde sagen: Der sinkt! Bis vor 10, 15 Jahren war das wirklich so. Seither schwankt der Umsatz inländischer Biere um 3,5 Millionen Hektoliter. Dazu kommen die Importe von einer bis 1,2 Millionen, Tendenz steigend.

Kleine wachsen riesig

Ein ganz anderes Bild ergibt sich bei der Anzahl Brauereien. Mit 32 Brauereien in der Schweiz war sie 1990 auf einem Tiefpunkt. Zwanzig Jahre später hatte sich die Zahl verzehnfacht, heute sind wir bei sage und schreibe bei 763 Brauereien, die landauf, landab in kleinen Fabriken, Garagen und Hinterhöfen sich mit Hopfen, Hefe und Malz versuchen. Und mit Spezialwürzen, Spezialhefen, Brauverfahren. Und eben mit Weizen. In Basel hatte «Ueli Bier» den Bann gebrochen, es folgten «Unser Bier», und in den vergangenen fünf Jahren folgten unzählige andere, mittlerweile auch in der weiteren Region. Eine Tradition wurde neu entdeckt. Und sie wurde zum Trend. Kurz: Die Innovation fand vorab bei den Zwergen statt – ein weltweites Phänomen übrigens. Von Singapur bis Vancouver ist man stolz auf die Microbreweries und ihre «crafted beers».

Jetzt wagt auch die grösste Brauerei der Schweiz, Feldschlösschen, den Schritt zu einem trendigen Bier, einem leicht trüben Weizenbier. «Es ist das erste Weizenbier überhaupt von Feldschlösschen», sagte der Basler Brand Director, Jérôme Rueff anlässlich einer Präsentation in Rheinfelden. Sehr fruchtig schmeckt und riecht’s, es wird mit Koriandersamen und Orangenschalen gebraut. Trotzdem werde das Bier einem breiten Geschmack entsprechen, «Mainstream», sagte er. «Wir können natürlich nicht alles machen. Es gibt gewisse Biere, die werden immer von Kleinbrauereien gemacht, diese Triple hopped IPA zum Beispiel... Was wir machen, sind gute, zugängliche Spezialitätenbiere, die man easy trinken kann.»

Belgisches Bier als Vorbild

Auch der deutschen Tradition des Weizenbiers wollen sie nicht nacheifern. «Wir orientieren uns ganz stark an den belgischen Weizenbieren. Und wir glauben, es hat Platz für ein Schweizer Weizen.» Er empfiehlt, das Bier mit einem Orangenschnitz zu servieren (was ein bisschen an das mexikanische Corona erinnert).

Dem Weizenbier (5,2 Prozent Alkohol) ging natürlich eine Marktforschung voraus. «Wir schauten uns an, was auf den Auslandmärkten passiert, und zwar bei Bieren, die etwas Mainstream sind», sagt Rueff. «Wir hatten hie und da für interne Events Weizenbiere oder Ales hergestellt.»

Eine weitere Novität ist das «Hopfen» mit 5,3 Volumenprozent. «Es ist kaltgehopft» sagt Produktentwickler Markus Brendel. Dabei wird erst im Lagertank «Hallertauer Edelhopfen» beigegeben, wodurch sich das Hopfenaroma entfaltet. Der Charakter: würzig-blumig, leichte Citrusnote.

Altes Bier in neuen Büchsen

Das dritte Bier im Bunde ist das «Dunkle», und ist im Prinzip nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen, genauer: die ursprüngliche frühere «Dunkle Perle» in neuer Büchse. «Das passt einfach hervorragend in die Reihe der neuen Bierspezialitäten», sagt Rueff. Es hat 5,5 Volumenprozent Alkohol. Die drei Biere sind ab März in Einwegflaschen und Dosen im Schweizer Detailhandel erhältlich. Die Preise, zu welchen die Biere verkauft werden, ist noch nicht bekannt. Da es sich um Spezialbiere handelt, werden sie teurer als das gewöhnliche «Lager» sein.