Bioabfälle

Essensreste in die Klappe: Aus Basler Abfällen soll Biogas werden

Baslerinnen und Basler sollen ihre Essensreste sinnvoll entsorgen können. Das Amt für Umwelt und Energie startet einen Pilotversuch und stellt an sieben Standorten «Bioklappen» zur Sammlung von Bioabfällen auf. Aus diesen wird anschliessend Biogas produziert. Das Entsorgen ist aber nicht gratis.

Nicolas Drechsler
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Diese Bioklappen stehen bald in Basel.

Diese Bioklappen stehen bald in Basel.

zvg IWB

Neben Glas in allen Farben, Batterien und Blech können die Baslerinnen und Basler ab dem nächsten Jahr auch ihre Essensreste sinnvoll entsorgen. Das Amt für Umwelt und Energie (AUE) will an sieben Standorten sogenannte Bio-Klappen aufstellen, wie sie bereits in Binningen, Birsfelden und Oberwil in Betrieb sind. Dabei handelt es sich um Blechboxen von rund eineinhalb Metern Breite und Höhe und einem Meter Tiefe. «Im Innern steht ein Plastik-Rollcontainer, den man herausziehen kann, um so die Klappe auf einfache Art und Weise zu leeren», führt der Projektleiter Bernhard Neubauer vom AUE aus. Um Essensreste oder andere Bioabfälle in die Klappe zu kippen, muss aber ein – noch nicht abschliessend festgelegter – Betrag bezahlt werden. Und zwar mittels einer Chipkarte.

Zunächst für ein Jahr

Das Pilotprojekt mit den Bioklappen geht auf einen Vorstoss im Grossen Rat zurück. Dessen Absicht war es, mehr biologische Abfälle wieder zu verwerten, auch solche von Leuten ohne Komposthaufen im Garten. Neubauer hofft darauf, dies mit den Klappen zu erreichen: «Wir wollen der Bevölkerung eine echte Alternative zu Kompostplätzen bieten». Das Material, das in den sieben Klappen gesammelt wird, soll aber nicht kompostiert, sondern in der Vergärungsanlage in Pratteln vor allem in Biogas umgewandelt werden. Die Anlage gehört der Biopower Nordwestschweiz AG, einem gemeinsamen Tochterunternehmen der Energiedienstleister IWB, EBM und EBL.

Einsprachen sind möglich

Weil die Bioklappen auf öffentlichem Grund zu stehen kommen, musste das AUE ihre Standorte im Kantonsblatt publizieren. Die Anwohner können gegen die Anlagen Einsprache erheben. Allerdings hofft Neubauer, dass dies nicht der Fall sein wird. «Wir wollen mit den Pilotstandorten die Akzeptanz und die Nachfrage testen». Um möglichst flächendeckend Tests durchführen zu können, stehen die Bioklappen im gesamten Stadtgebiet verteilt. Der Aufwand, sie zu platzieren, sei gering, so Neubauer: «Es handelt sich um sehr mobile Einrichtungen, es sind keine Bauarbeiten nötig. Die Bioklappen stehen auf kleinen Teleskopfüssen und könne jederzeit umgestellt werden.

Projektbeginn noch unklar

Wann die Klappen genau aufgestellt werden, ist noch nicht klar. Zunächst müsse die Einsprachefrist abgewartet werden. Ausserdem gebe es noch einige Detailfragen zu klären, so Neubauer. «Zurzeit gehen wir davon aus, dass das Projekt im Februar oder März beginnen kann». Die letzten offenen Punkte sollen an einer Sitzung mit den beteiligten Stellen im Januar geklärt werden. Das Entsorgen ist aber nicht gratis.