Basel
Em Bebbi sy Gypsy-Jazz: «Schoschön, schaberkeitschäss!»

70 Orchester, 10 Street Bands, drei Chöre, sieben Stunden: Es groovte in den Gassen der Basler Innerstadt. «Gipsy Jazz» war das grosse Thema des diesjährigen «Em Bebbi sy Jazz».

Stefan Schuppli
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32 Jahre em Bebbi sy Jazz: Am Andreasplatz spielen die «Latin Vibes»
12 Bilder
«Georgie's Big Band» am Marktplatz
«Solangwiebreit» von hinten
... von der Seite ...
...und von vorne
Em Bebbi sy Jazz
Hier geht es um Musik!
Solo-Klarinette
«Filet of Soul» auf dem Rümelinsplatz
Er ist es wirklich!
Saxophonist in der Hutgasse
«The Voyageurs» beim Restaurant So'up

32 Jahre em Bebbi sy Jazz: Am Andreasplatz spielen die «Latin Vibes»

Kenneth Nars

Da spielen sie sich warm, vor dem Rathaus, die Street Bands. Nehme das schöne Schlussstück «Mercy, Mercy, Mercy» gleich vorweg – ja, danke für Obst, da war wirklich einiges unterwegs: die legendären Latzhosenjungs der Brass Departments, die Bayou, Brazz Attack, Mumol Dixie Stompers... Sie räumen auf mit dem Klischee der alten, dicken, schwitzenden Männer an glänzenden Instrumenten.

Kurz nach 18 Uhr setzen auf dem Andreasplatz die «Latin Vibes» mit ihren coolen Rhythmen ein. Zum Tanzen ist es noch etwas früh, leider. Doch das wird noch kommen, an diesem angenehm warmen Abend.

Schwerpunkt Gypsy Jazz

Die Organisatoren setzen dieses Jahr auf einen Schwerpunkt: den Gypsy Jazz. Das ist dieser leicht melancholische, gitarrenlastige Schrumm-schrumm-Jazz, ziemlich Bohème, ziemlich französisch. Und zwischendurch wird’s jüdisch-freilach-klezmerisch... Wer mit dieser Musik emotional verbunden ist, geht sofort mit. Wundervoll.

Vielleicht sahen das nicht alle so. «Schoschön, schabereifachkeitschäss», schnappten wir auf im Gedränge des Schmiedenhof, wo die «Piri Piri Gipsy Swing Band» soeben ein Django-Reinhardt-Stück spielte, und wo später als Top Act auch die «Äl Jawala» spielen sollte. Diese Musikrichtung läuft auch unter dem politisch unkorrekten Namen «Zigeunerjazz» oder, etwas eleganter, «Jazz manouche».

Die Band «Hot Club de Bâle» ist eine Referenz genau an diesen Musikstil. An denjenigen des «Hot Club de France» der Dreissigerjahre beispielsweise, wo in Paris Musikstile, Nationen und Menschen einen spannenden Schmelztiegel bildeten. Den Organisatoren kann für diese Schwerpunkt-Idee nur gratuliert werden.

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