Banken

Eine kleine Bank feiert ein grosses Jubiläum

«Wir sind nicht Geschichte – wir haben Geschichte!», dies sagte Johann Jakob La Roche, Seniorpartner der ältesten Privatbank in Basel, der La Roche & Co. Banquiers. Die Bank feiert dieses Jahr ihr 225-jähriges Bestehen und zeigt sich zuversichtlich.

Thomas Immoos
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Christoph Gloor, Vizepräsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers und Teilhaber La Roche & Co, im Januar in Bern.

Christoph Gloor, Vizepräsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers und Teilhaber La Roche & Co, im Januar in Bern.

Keystone

La Roche: Acht Generationen

Zum Jubiläum hat die Bank La Roche ihre vor wenigen Jahren publizierte Firmengeschichte aktualisiert und ergänzt. Dafür verantwortlich war der Basler Journalist Roger Thiriet.

Die Firmengeschichte steht unter dem Motto «Vertrauen als Grundlage des Erfolgs». Reich bebildert und in drei Sprachen (deutsch, französisch, englisch) lassen mehrere Autoren die Geschichte des traditionsreichen Bankhauses Revue passieren.

In einem zweiten Teil gehen mehrere Autorinnen und Autoren dem «Gemeinsinn als Aspekt der Unternehmenskultur» nach und blicken von aussen auf die Tätigkeit der Bank.

So würdigen der emeritierte Wirtschaftsprofessor Silvio Borner und der Rektor der Basler Universität, Antonio Loprieno, das Engagement der Bank für den akademischen Nachwuchs. Beatrice Stirnimann, CEO der AVO Session Basel, hält in ihrem Beitrag fest: «Keine Kultur ohne Sponsoring».(tim)

Die Bank sei «im stolzen Alter von 75 Jahren» gewissermassen Mutter der heutigen UBS gewesen, die dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert. 1862 unterstützte Benedikt La Roche die Gründung der Basler Handelsbank, die unter anderem Vorläuferin des Bankvereins wurde, seinerseits eine Vorläuferin der heutigen UBS.

Anders als einige Grossbanken habe die Bank La Roche stets Augenmass bewahrt und sei nie zu hohe Risiken eingegangen: «Denn wie alle früheren Teilhaber haften die heutigen fünf Teilhaber vollumfänglich mit ihrem Vermögen», betonte Seniorchef Johann Jakob La Roche. Dank vorsichtiger Geschäftspolitik konnten auch schwierige Jahre gemeistert werden, indem in guten Jahren Rückstellungen getätigt wurden.

Vertrauen, Fairness, Kompetenz

Das Erfolgsrezept der Bank seien Kundenbeziehungen, die auf gegenseitigem Vertrauen, Fairness und kompetenter Beratung und Betreuung lägen. Die Bank habe stets die ethischen und gesetzlichen Bestimmungen geachtet und sozial verantwortlich gehandelt. Dies werde man weiterhin tun.

François Labhardt, einer der fünf Teilhaber, würdigte das Wirken der sieben Teilhaber-Generationen vor der jetzigen. Jeder von ihnen, insgesamt 23 Banquiers seit der Gründung, habe die Vergangenheit als Verpflichtung für die Zukunft angesehen. Und stets habe sich die Bank für das Gemeinwesen engagiert.

Die Bank hat ihren Hauptsitz seit rund 100 Jahren im «Rotberger Hof» und dem Haus «Zur Hohen Sonne an der Rittergasse. Hinter historischem Gemäuer verfügt sie über modernste Computertechnologie. Auch sei der Zugang zu allen Märkten sowie den Informations- und Wirtschaftsdatenbanken gewährleistet.

Gut für die Zukunft gerüstet

Labhardt und seine Mit-Teilhaber zeigten sich an der Buchpräsentation zudem zuversichtlich, dass die Bank La Roche gut gerüstet für die Zukunft sei. Die generationenübergreifende Erfahrung des Familienunternehmens garantiere ein ausgewogenes Verhältnis von Tradition und Fortschritt.

Und er bekräftigte die Absicht, die Rechtsform der Kommanditgesellschaft mit unbeschränkter Haftung der Teilhaber zu behalten. Man teile die Meinung einiger Bankexperten nicht, wonach eine kleine Privatbank wie die Bank La Roche früher oder später in einer grösseren aufgehe: «Wir haben trotz geringer Grösse eine gute Zukunftsperspektive!»