Johann Peter Hebel

Ein neuer Kulturstadtplan lässt Basel mit den Augen eines Dichters sehen

Die zweite Ausgabe des Kulturstadtplans führt auf den Spuren von Johann Peter Hebel durch Basel und Umgebung.

Peter Schenk
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Mit dem Kulturstadtplan die Stadt Basel und Johann Peter Hebel entdecken.

Mit dem Kulturstadtplan die Stadt Basel und Johann Peter Hebel entdecken.

zvg

Da springen Fische über die Mittlere Brücke, eine Schlange windet sich ums Münster, neben der Hebelstrasse findet sich der Wurststand «Zur Wurstnase» oder ein dicker Mann steht auf dem Marktplatz. Alles sind Hinweise auf Geschichten oder Gedichte von Johann Peter Hebel, dem die zweite Ausgabe des Kulturstadtplans gewidmet ist.

Im Sommer haben die Herausgeberinen Franziska Schürch und Isabel Koellreuter bereits einen ersten Stadtplan zum Basler Lyriker Rainer Brambach publiziert. Die beiden Autorinnen hatten ihre Biografie über den Dichter abgeschlossen und waren mit der Idee, einen Stadtrundgang zu kreieren, auf die GGG zugegangen. Daraus entstanden ist dann der Kulturstadtplan.

Blick auf die heutige Stadt

Nun also die Ausgabe zu Hebel. Der alemannische Dichter wurde 1760 in Basel geboren. Die Vogelschau vom Bruderholz aber ist ein Blick auf die heutige Stadt mit Rocheturm, Messehochhaus und Novartis Campus. «Der Illustrator Raphael Gschwind orientierte sich stilistisch an den alten Stichen und setzte dies jedoch mit modernen Techniken um», erklärt Schürch.

Es ist wie ein Suchspiel: Je länger man den Plan betrachtet, desto mehr liebevoll gestaltete Details findet man. Den grössten Teil des Plans nehmen Basel und die nahe Umgebung mit Riehen, Lörrach, Burg Rötteln und Hausen ein, es finden sich am oberen Rand aber auch andere Orte wie Karlsruhe, zu denen Hebel einen Bezug hatte.

Auf der anderen Seite des Kulturstadtplans steht ein ausführlicher Text des Hebel-Kenners und Journalisten Roger Ehret. Der Stadt- und Land-Spaziergang kann anhand von 22 Punkten auf dem Plan verfolgt werden.

Bei Hebel und Brambach soll es nicht bleiben. Vorgesehen sind die Themen 1968, die Ausstellung «Short stories» im Kunstmuseum und 200 Jahre Jakob Burckhardt. «Wir möchten gerne weitermachen und auch 2019 zwei Pläne herausgeben», sagt Schürch.
Mangel an spannenden historischen Geschichten gibt es nicht, aber die Pläne müssen mit wechselnden Partnern auch finanziert werden. Eine Auflage von 7000 Exemplaren kostet 25 000 Franken. Sie werden gratis abgegeben, liegen der aktuellen Programmzeitung bei und sind in den GGG-Bibliotheken zu finden.

Vernissage: Donnerstag, 7. Dezember, 19 Uhr, Café Hebel, Basel.