Rassismus-Vorwürfe
Droht ein Farbanschlag? Basler Guggen fürchten um Sicherheit, Polizei beschwichtigt

Auf die Guggen Negro-Rhygass und Mohrekopf sollen Farbanschläge geplant sein, wie der Mohrekopf-Obmann gegenüber der «Basler Zeitung» sagte. Dies basiert allerdings auf einem Gerücht, die Polizei sieht kein erhöhtes Risiko.

Andreas Schwald
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Die Guggenmusik Negro-Rhygass am Fasnachtsdienstagabend: An Logo und Namen wurde heftige Kritik geübt, jetzt wird ein Farbanschlag befürchtet.

Die Guggenmusik Negro-Rhygass am Fasnachtsdienstagabend: An Logo und Namen wurde heftige Kritik geübt, jetzt wird ein Farbanschlag befürchtet.

GEORGIOS KEFALAS

Auf die Guggen Mohrekopf und Negro-Rhygass sollen Farbanschläge geplant sein. Dies sagte Mohrekopf-Obmaa Daniel Bachmann gegenüber der «Basler Zeitung» vom Freitag. Die Berfürchtung basiert allerdings auf einem Gerücht, das jemand in einer Kleinbasler Beiz aufgeschnappt haben soll. Dennoch gelangte die Gugge an die Basler Polizei. Wie Polizeisprecher Martin Schütz bestätigt, haben die Behörden «vom Gerücht Kenntnis».

Die Nervosität ist gross: Vergangenen Herbst wurden gegen die Guggen Rassismus-Vorwürfe wegen Namen und Logos erhoben. Die Polizei geht für diese Fasnacht aber nicht von einem höheren Sicherheitsrisiko als im Vorjahr aus, wie deren Sprecher Martin Schütz gegenüber der bz sagt, auch wenn das Thema Rassismus laut dem Fasnachtsführer «Rädäbäng» eines der am meisten ausgespielten Sujets sein wird.

Von Guggen, Demonstranten und Gläbber im Gässli

Die Basler Sicherheitskräfte setzen dafür auf Präsenz und auf Ansprechbarkeit, so Schütz. Feste Installationen von Sicherheitselementen wird es wegen der Grösse des Anlasses bis auf die gewohnten Absperrungen auch dieses Jahr nicht geben.

Die Sicherheit an der Fasnacht ist allerdings seit der Debatte um die als «Gläbbergässli» bekannte Grünpfahlgasse ohnehin ein Thema. Dort kam es in den vergangenen Jahren zu Auseinandersetzungen zwischen Zaungästen und Fasnächtlern. In der Gasse soll es an der diesjährigen Fasnacht allerdings ruhiger werden; dafür sorgt das Unternehmen Mitte mit einem deutlich fasnächtlicheren Programm als in den vergangenen Jahren.

Rassismus-Vorwürfe gegen Guggen: Rund 150 Leute haben sich vor dem De Wette-Schulhaus versammelt um sich solidarisch zu zeigen.
27 Bilder
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Erste Parolen tauchen auf.
Das war ja klar: Diese Dinger dürfen natürlich nicht fehlen. «Richterich» sponserte 960 Mohrenköpfe für die Demo
Abmarsch: Trommler und Pfeifer gehen voran
... es kommt zu ersten kleinen Druggedde.
Die Elisabethenstrasse ist voll...
Soli-Marsch für Negro-Rhygass und Gugge Mohrekopf
Die «Provokante» aus Binningen.
Fast schon kitschig...
... mit diesem Sonnenuntergang.
Auch die Gegendemo ist unterwegs – nur etwas kleiner...
Es kommt zu einigen Gehässigkeiten.
Nach ein paar Minuten blasen die Gegendemonstranten zum Abmarsch – das entspannt die Situation.
Ihr Zug bewegt sich in Richtung «Hirscheneck».
Die Guggen drehen derzeit noch eine Runde über den Wettsteinplatz...
... Endstation ist der Waisenhaus-Vorplatz.
Dort gibts noch einige Abschluss-Ständchen.
Negro-Rhygass: Die Gugge geriet in einen Shitstorm nach dem Negro-Fescht im August.
Auf Instagram wurde dieses Bild geteilt.
Auf Facebook ist ein erstes Meme aufgetaucht.
Das Logo der Gugge zeigt ein Pauke spielendes schwarzes Männchen mit einem Knochen im Haar.
Kritik an ihrem Namen und dem Logo kam auf.
Kurz darauf wurde ihre Facebook-Seite gesperrt.
Jetzt ist auch ihre Webseite offline.
Auch die Seite der Guggemusig Mohrekopf Basel wurde gesperrt.
Rassismus-Debatte: Facebook sperrt die Negro-Rhygass und Mohrekopf Die traditionelle Basler Guggemusig Negro-Rhygass findet sich wegen ihres Namens und ihres Logos plötzlich in einer Rassismus-Debatte wieder. Mittlerweile wurden Website und Facebook-Page deaktiviert. Auch die Facebook-Page der Gugge Mohrekopf wurde gesperrt. Das Video zeigt die beiden Guggen am Sternmarsch am Fasnachtsdienstag 2018.

Rassismus-Vorwürfe gegen Guggen: Rund 150 Leute haben sich vor dem De Wette-Schulhaus versammelt um sich solidarisch zu zeigen.

Andreas Schwald

Die Debatte um die Guggen-Namen und -Logos wurde bislang nur einmal auf offener Strasse ausgetragen: An einem Solidaritätsmarsch, der im August von Guggen aus dem Baselbiet und der Stadt organisiert wurde und vom Bahnhof bis zum Wettsteinplatz führte. Damals stellte sich auf der Wettsteinbrücke eine Demo-Gruppe aus Antifa-Kreisen der von Hunderten Menschen begleiteten Kundgebung entgegen. Zu Ausschreitungen kam es damals aber nicht.

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