Veranstaltungen am Wochenende
Draisinenrennen auf dem Dreispitz – Wo Haie über Bahnschienen strampeln

Zum fünften Mal findet diesen Samstag das Draisinenrennen auf dem Dreispitz statt. Im Vordergrund steht aber nicht der Wettkampf.

Oliver Spiess
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Kenneth Nars

Scheitern kann so schön sein. Zumindest am Basler Draisinenrennen, das diesen Samstag zum fünften Mal auf dem Dreispitz steigt. Denn was nach hartem Wettkampf klingt, ist in Wahrheit eher ein abgedrehtes, aber fröhliches Event kulturellen Austauschs.

«Was ist eine Draisine? Wir wissen es nicht», schreiben die Veranstalter auf ihrer Website. Tatsächlich wollen sie gar nicht so genau wissen oder definieren, was eine Draisine ausmacht, wie Co-Veranstalter Thilo Mangold bestätigt: «Das ist eine grosse Grauzone. Es ist ein ständiges Verhandeln darüber, was möglich ist.» Nur zwei Bedingungen seien den Teilnehmenden vorgeschrieben. Erstens müsse sich das Fahrzeug mithilfe von Körperkraft auf den Gleisen fortbewegen, zweitens dürfe während der Fahrt niemand an Bord den Boden berühren.

Elektromotoren, menschliche Pferde und schleifende Bretter

Daraus, dass auch diese zwei Regeln kaum unangetastet bleiben, macht Mangold kein Geheimnis. So hätten beispielsweise einmal zwei als Pferde verkleidete Teilnehmende eine Draisine gezogen. Auf den Einwand, sie würden mit den Füssen den Boden berühren, hiess es nur: «Nicht Füsse berührten den Boden, sondern Hufe.»

Auch kein Wunder ist bei einer solch offenen Verhandlung der Grenzen, dass an diesem Rennen jeweils so ziemlich alles über die Schienen schlittert, was man sich vorstellen kann: «In fünf Jahren habe ich noch nie zweimal die gleiche Draisine oder nur schon den gleichen Antrieb gesehen», erzählt Mangold.

Von sehr filigranen und technisch hochstehenden Konstruktionen – etwa ein live vor Ort durch Hometrainer gespeister Elektromotor – bis zu primitivsten Konzepten ist alles dabei. Vergangenes Jahr zog sich ein amerikanischer Teilnehmer auf einem Holzbrett von Hand über die Gleise, nachdem er diese zuvor eingefettet hatte.

Zwei aufeinanderprallende Welten: Kunst und Gewerbe

Ziel ist es also nicht nur, möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Vielmehr gehe es darum, «die vermeintlichen Grenzen zwischen sogenannter Kunst und sogenannter Nicht-Kunst» auszuloten, wie Mangold betont. So sei ein Hauptziel, zwei Welten zusammenzuführen, die normalerweise nicht so nahe beieinander wären: die Kunst und das Gewerbe. Und so sind unter den Teilnehmenden jeweils viele Kunstschaffende, die teils von namhaften Kulturinstitutionen unterstützt werden. Dieses Jahr dürfen die Organisatoren sogar einen eigenen Bildband der vergangenen Ausgaben auf den Markt bringen – am Samstag ist Einweihung.

Doch weshalb sollte nun Scheitern schön sein? Ganz einfach: Am Draisinenrennen werden nicht nur Kreativitäts- und Speedpreise vergeben; auch das beste Scheitern wird gekürt. Und so geschah es 2017, dass ein Teilnehmer, der sich auf extra angelieferten Eisblöcken hatte fortbewegen wollen, plötzlich auf dem Siegertreppchen stand: Das Eis schmolz, die «Draisine» blieb auf der Strecke.

5. Draisinenrennen

Samstag, 19.9.2020, 15 Uhr bis 19 Uhr, Eintritt frei, Venedig-Strasse 30, Münchenstein/Basel

www.draisinenrennen.ch

Abschaltbar

Abschaltbar

zvg

Abschalten mit Musik und Feierabendbier

Heute lädt das Jugendcafé Paradiso zur Abschaltbar. Um 18.30 Uhr beginnt der Abend mit dem Feierabendbier an der Bar, um 19.30 Uhr starten die zwei Events in der Mischelikirche. Bespielt wird diese von Poetry Slammer Dominik Muheim aus Reigoldswil und dem Basler Singer-Songwriter Tim Hüllstrung mit seiner Gitarre.

Freitag 18.30 Uhr, Paradiso, Eintritt frei

www.abschalt.bar

Big Zis

Big Zis

zvg

Big Zis am fünften Fest von gestern

Die Jubiläumsfete des Humbugs fiel dem Coronalockdown zum Opfer. Nun feiert der Club seinen Geburtstag mit dem «Fest von gestern» Nummer eins bis fünf gleich mehrfach nach. Am Samstag gehört die Bühne der Rapperin Big Zis, die nach rund elf Jahren ihr zweites Album in die Läden brachte, im Anschluss spielt DJ Marcelle.

Samstag ab 19 Uhr, Humbug, ab 20 Franken

www.humbug.club

Pulkkinen-Räss-Sadovska

Pulkkinen-Räss-Sadovska

zvg

Zwei Doppelkonzerte am Chorfestival Enchanté

Dieses Wochenende findet das Chorfestival Enchanté statt. Am Freitag eröffnet das Barockensemble Concerto di Margherita, gefolgt vom Trio Pulkkinen-Räss-Sadovska mit einer Verschmelzung finnischer, schweizerischer und ukrainischer Volksmusik. Am Samstag steht Acapella aus Holland und Latin-Musik auf dem Programm.

Freitag und Samstag ab 19 Uhr, Dorfkirche/Landgasthof, ab 25 Franken

www.enchante-riehen.ch

Prattler Schwinger

Prattler Schwinger

zvg

Vorgeschmack auf das Eidgenössische

In knapp zwei Jahren steigt in Pratteln das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF). Morgen startet bereits der Vorverkauf des Prattler Schwingers, dem Schwingerhemd fürs ESAF. Nebst dem Vorverkauf und Reden ab 16 Uhr ist ab 16.30 Uhr ein Überraschungsgast anzutreffen, um 16.45 Uhr spielen die Bluesbuebe.

Samstag ab 16 Uhr,

Pfirter Scheune, Eintritt frei

www.pratteln.ch

I Never Read

I Never Read

Screenshot ineverread.com

Schaulager präsentiert «inexistente Bücher»

Zeitgleich zu den Basler Kunsttagen geht die Buchmesse «I never read» in die neunte Runde. Dieses Jahr ist die Veranstaltung im Schaulager zu Gast. Nebst dem Stöbern durch die Bücher von über siebzig Autorinnen und Autoren werden Werke von Kunstschaffenden ausgestellt, die nach inexistenten Büchern gefragt wurden.

Freitag bis Sonntag variierender Start, Schaulager, Eintritt frei

www.ineverread.com

Jazztrio aus Urs Wiesner, André Buser und Peter Perfido

Jazztrio aus Urs Wiesner, André Buser und Peter Perfido

zvg

Baselbiet trifft Connecticut

Gleich zweimal stellt das Jazztrio aus Urs Wiesner, André Buser und Peter Perfido am Samstag seine neue CD vor. Die erste Show startet um 19 Uhr, die zweite um 21 Uhr. Wiesner am Vibrafon und Buser am E-Bass sind musikalisch schon länger gemeinsam unterwegs, nun unterstützt sie der US-amerikanische Drummer Peter Perfido.

Samstag ab 19 Uhr, Kulturscheune, ab 20 Franken

www.kulturscheune.ch

Look & Roll

Look & Roll

Lua Leirner

Barrierefreiheit in der Kaserne

Im Rahmen des Kurzfilmfestivals Look & Roll werden dieses Wochenende über zwanzig Kurzfilme in fünf verschiedenen Wettbewerben gespielt. Sie handeln vom Leben mit Einschränkungen, Schwächen und Beeinträchtigungen. Vor der Preisverleihung am Sonntag diskutieren drei Regisseurinnen über das Thema der Autonomie.

Freitag bis Sonntag variierender Start, Reithalle, ab 14 Franken

www.lookandroll.ch

JMO

JMO

zvg

Das Trio JMO feiert Plattentaufe

JMO: Das Kürzel steht für die Fusion von Jan Galega Brönnimann, Moussa Cissokho und Omri Hason. Eine Fusion ist auch das musikalische Werk der drei Musiker, die am Samstag ihre Platte taufen. Der Klang der Kora, eine afrikanische Harfenart, vermengt sich in ihrer zeitgenössischen Kammermusik mit Bassklarinette und Perkussion.

Samstag 19.30 Uhr, Obere Mühle, Kollekte

www.oberemühleoltingen.ch

Zirkusschule Basel

Zirkusschule Basel

zvg

Sie bringen das Kino in die Zirkusmanege

Am Samstag und Sonntag treten die Artistinnen und Artisten des Kinderzirkus Rägeboge in der Launchlabs-Halle auf dem Gundeldinger Feld auf. Ihr Programm «Im Kino» ist eine Hommage an die Brüder Lumière, die vor rund 125 Jahren das Kino ins Leben riefen. Nun inszeniert der Rägebogezirkus das Kinowesen in der Zirkusmanege.

Samstag und Sonntag variierender Start, Launchlabs-Halle, Kollekte

www.zirkusschulebasel.ch

Tobias Lauck

Tobias Lauck

Screenshot tobiaslauck.com

Finissage eines Ausgrabungszeichners

Zum letzten Mal zeigt das Birsfelder Museum diesen Sonntag die Ausstellung des Basler Künstlers Tobias Lauck. Der in Brombach aufgewachsene Maler studierte Archäologie und Kunstgeschichte und ist als freischaffender Künstler und Ausgrabungszeichner tätig. Seine surrealistischen Gemälde können ab 11 Uhr beschaut werden.

Sonntag ab 11 Uhr, Birsfelder Museum, Eintritt frei

www.tobiaslauck.com

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