Swiss Indoors

Djokovics Entourage oder Nadals Freundin – Philip Sollberger bringt alle ans Ziel

Die besten Anekdoten eines Fahrers, der seit zwölf Jahren die Stars chauffiert.

Jakob Weber
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Philip Sollberger am Steuer eines der Swiss-Indoors- Fahrzeuge, deren Einsätze er koordiniert.

Philip Sollberger am Steuer eines der Swiss-Indoors- Fahrzeuge, deren Einsätze er koordiniert.

Jakob Weber

Seine Augen leuchten, wenn Philip Sollberger von seinen Erlebnissen als offizieller Fahrer bei den Swiss Indoors erzählt. Seit 2005 hat der 42-Jährige kein Turnier mehr verpasst. Jedes Jahr nimmt der Hotelfachmann eine Woche Ferien, um seiner Leidenschaft nachzukommen.

Mittlerweile ist er zum stellvertretenden Leiter des 35-köpfigen Driver-Teams aufgestiegen und sorgt vom Büro aus dafür, dass Stars und Offizielle rechtzeitig von A nach B chauffiert werden. Das Fahren selber vermisst Sollberger nicht, denn er kann bereits jetzt auf einige unvergessliche Momente am Lenkrad zurückblicken.

Der erste grosse Name

«Einer der ersten Tennisprofis, der bei mir im Auto sass, war Paradorn Srichapan, Top-10-Spieler aus Thailand. Klar, war ich aufgeregt. Doch ich habe schnell gemerkt, dass die Tennisspieler ganz normal sind. Wir Fahrer gehen zwar nicht aktiv auf sie zu, aber meistens kommen die Spieler von sich aus mit uns ins Gespräch.»

Ein zukünftiger Star

«Bevor er in den Top-100 war, habe ich 2005 einen jungen Schotten vom Spielerhotel zum Rathaus zur Auslosung gefahren. Man sagte damals, dieser Andy Murray sei ein hoffnungsvolles, aufstrebendes Talent. Damals kam er mit der Wildcard immerhin bis in den Viertelfinal, heute gehört er zu den besten der Welt. Diese Fahrt ist erst im Nachhinein so richtig wertvoll geworden.»

In Zürich vergessen

«Diese Fahrt war wirklich speziell. Ich wurde kurzfristig an den Flughafen Zürich geschickt, um dort Radek Stepanek abzuholen. Der Ex-Freund von Martina Hingis hat dann, während ich auf dem Weg war, viermal im Büro angerufen und gefragt, wo denn der Fahrer bliebe. Ich hatte schon ein wenig Bammel, dem wartenden Stepanek in Zürich entgegenzutreten. Umso überraschter war ich, als mich Stepanek zur Begrüssung umarmte und sagte: ‹Zum Glück bist du da.›»

Das erste Mal mit Federer

«‹Guten Tag Herr Federer›, habe ich gesagt, als Roger Federer zum ersten Mal in mein Auto stieg. ‹Nicht Herr Federer, ich bin der Roger›, erwiderte er und so waren wir sofort per Du. Kurz darauf war ich zufällig im Tennisdorf, als Roger reinkam. Er ist extra zu mir gekommen, um mich zu grüssen. Das hat mich gefreut.»

Nachtfahrt nach Paris

«Weil nach Basel in Paris gespielt wird, kommt es immer wieder vor, dass wir die Spieler in die französische Hauptstadt fahren. Ich durfte einmal Jaarko Nieminen nach Paris chauffieren. Weil es spät in der Nacht war, habe ich dann dort im Hotel übernachtet.»

Zurück ins Hotel geflitzt

«Weil Andy Roddick seine Turnschuhe im Hotel vergessen hatte, musste ein Kollege von mir einmal ‹zurück zum Hotel fliegen›. So hat es zumindest Roddicks Coach Brad Gilbert formuliert. Am Schluss war Roddick rechtzeitig in der Halle. Auch wenn es mal schnell gehen muss, geht aber die Sicherheit vor. Es ist zum Glück noch nie eine Person zu Schaden gekommen. Einen Kratzer habe aber auch ich schon am Auto hinterlassen.»

Nadals Freundin vor dem Globus

«Vor zwei Jahren kam das Telefon, ich solle Nadals Freundin Xisca Perello in der Innenstadt abholen. Ja, wo denn? Vor dem Globus. Ja, findet die mich? Klar. In der Tat kam die schöne Spanierin bereits auf mich zu, als ich angehalten hatte. Sie ist dann auf den Beifahrersitz gesessen und hat die ganze Fahrt bis zum Hotel über Gott und die Welt geplaudert.»

Das vollste Auto

«Novak Djokovic hatte mit rund zehn Personen die grösste Entourage. Meistens mussten wir ihn mit zwei Autos durch die Gegend kutschieren. Ab und zu wurde es aber auch einfach eng im Swiss-Indoors-Van.»

Die kürzeste Strecke

«Marco Chiudinelli musste des Öfteren zur Physiotherapie im M-Park. Das ist zwar nicht weit, aber wir haben ihn trotzdem immer von der Halle zum Dreispitz hochgefahren. Das war wohl die kürzeste Strecke.»