Jugendkulturfestival
Die Jugend eroberte am Wochenende die Basler Innenstadt

Das diesjährige Jugendkulturfestival hatte rund 60 000 Besucher. Auf 14 Bühnen wurden über 180 Acts geboten. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Ob Musik, Tanz, Kunst oder Fitness, jeder kam bei gemütlicher Festivalstimmung auf seine Kosten.

Sabrina Sutter
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Hip-Hop und Rap: Das Publikum auf dem völlig überfüllten Theaterplatz war begeistert.

Hip-Hop und Rap: Das Publikum auf dem völlig überfüllten Theaterplatz war begeistert.

Sabrina Sutter

Mehr als 180 Acts, rund 1800 Teilnehmende, 14 Bühnen und geschätzte 60 000 Besucher: Basel erlebte am Wochenende ein Fest der Superlative mit einem breit gefächerten Angebot an Musik, Tanz, Kunst und Fitness.

Zum neunten Mal fand in der Basler Innenstadt das Jugendkulturfestival (JKF) statt. Einerseits eine Gelegenheit für junge Künstlerinnen und Künstler, ihr Können zu zeigen, andererseits ein Treffpunkt für Jugendliche, um gemeinsam abzuhängen und ein Bierchen zu kippen. Je später der Abend wurde, desto mehr Jugendliche versammelten sich in der Innenstadt. Es herrschte eine gemütliche, lockere Festivalstimmung.

Während auf dem Barfüsserplatz Bands wie «Kafka Kaya» oder «Delorian Cloud Fire» performten und den Zuschauern mit Pop, Rock und Elektro einheizten, gehörte die Bühne auf dem Theaterplatz der Basler Hip-Hop- und Rapszene. Coole Beats und originelle Texte brachten das Publikum zum Brodeln. Neben der Elisabethenkirche legten die insgesamt 10 DJs zum ersten Mal unter freiem Himmel anstatt wie bisher in der Kirche auf. Sie verleiteten das Publikum zum Tanzen.

Etwas für jeden Geschmack

Nicht nur musikalisch war vergangenes Wochenende viel los: Im Literaturhaus, im Safe des Unternehmens Mitte und auf dem Münsterplatz zeigten die Jugendlichen in Sachen Literatur, Kunst und Sport ihr Können. So war auf dem Münster das Crossfit Team Basel vertreten und führte verschiedene Kraftübungen vor, oder der Verein «Urbane Kunst», wo die Besucher selbst aktiv werden konnten und sich auf Spiegeln künstlerisch austoben konnten.

Lesung, Fitness, Tanzen oder einfach gemütlich etwas essen und trinken – auch dieses Jahr hatte das JKF viel Verschiedenes im Angebot, sodass jeder Geschmack auf seine Kosten kam. Besonders gute Stimmung herrschte im Stadtcasino. Dort wurde das Tanzprogramm aufgeführt, an dem sich über 50 Tanzgruppen beteiligten. Viel Hip-Hop, aber auch Salsa, Jazz oder Flamenco waren zu sehen. Bis auf den letzten Platz war der Musiksaal mit Zuschauern gefüllt, die dem facettenreichen Programm mit Begeisterung folgten.

Doppelte Schweizer Meister

Applaudierende Rufe und erwartende Pfiffe: Am Samstag um 23.13 Uhr wurde das Publikum im Stadtcasino besonders laut. Grund dafür war der nächste Act: die Hip-Hop-Crew «Tremendous». Die zehnköpfige Gruppe wurde letztes Jahr Schweizer Meister, und auch dieses Jahr konnte sie den Titel wieder für sich gewinnen. Dass sie das Tanzen im Griff haben, war nicht zu verkennen: Während der gesamten zwölfminütigen Show herrschte perfekte Synchronie unter den Tänzern. Beeindruckende Hip-Hop-Moves wurden durch klassische Breakdance-Einlagen ergänzt, und auch nach der Show erntete die Crew donnernden Applaus.

«Es war megatoll, auf der Bühne zu stehen und das Publikum war der Hammer – das gibt uns Tänzern richtig viel Energie», sagte Nicolas Döbelin nach seiner Performance. «Am JKF aufzutreten, ist ein Highlight für jede Tanzgruppe.» Seit fünf Jahren tanzt der 22-Jährige bereits, bei «Tremendous» ist er seit einem Jahr dabei. Im November wird die Crew nach Las Vegas reisen und dort auftreten. Doch obwohl sie immer wieder an Meisterschaften und Wettbewerben teilnehmen, bleibt das Tanzen für die Mitglieder ein Hobby. «Klar wäre es schön, wenn man davon leben könnte. Aber das ist natürlich schwer», weiss Döbelin. Die Hauptsache sei, die Leidenschaft zu tanzen teilen zu können.

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