Gastronomie

Der «Wilde Mann» wird edler: Gastro-Grösse übernimmt Kleinbasler Kultbeiz

Der Gourmet-Wirt Andreas Schürmann übernimmt die Quartierbeiz im Kleinbasel. Eröffnung ist bereits nächste Woche.

Andreas Schwald
Drucken
Teilen
Letzter Blick aufs Interieur des «Wilden Mann» kurz vor der Schliessung im August 2019.

Letzter Blick aufs Interieur des «Wilden Mann» kurz vor der Schliessung im August 2019.

Screenshot/restaurant-zumwildenmann.ch/

Dieser Streich sitzt. Nachdem Andreas Schürmann seinen Gastro-Tempel «Bonvivant» an der Zwingerstrasse im Gundeldinger-Quartier aufgegeben hatte, überrascht er nun mit einer Übernahme im Kleinbasel. Schürmann ist der neue Wirt des «Zum Wilden Mann» an der Oetlingerstrasse im Kleinbasel.

Man liest richtig: Die als gemütliche und gutbürgerlich bekannte Beiz mit Vereinstradition legt in der Küche nun mehrere Zacken zu. Denn von Schürmann ist eine hochstehende Küche mit grossen Qualitätsansprüchen zu erwarten. So machte er bereits das «Bonvivant» zu einem Liebling der Schweizer Gastro-Szene.

Erfolgs-Duo Schürmann und von Gunten

Im Kleinbasel setzt Schürmann nun auf ein Angebot, das zwar im mittleren bis höheren Preissegment angesiedelt ist, aber immer noch erschwinglich bleibt. Fleisch und Fisch kommen aus der Schweiz, das Gemüse wird regional erworben, also auch aus dem Grenzgebiet. Schürmann will dafür mit Produzenten arbeiten, die er noch von früher kennt und schätzt.

Der Wechsel kam schon vor der Coronakrise zustande und das eher durch Zufall. Wie Schürmann im Gespräch sagt, sei er durch einen Artikel der bz auf das Lokal aufmerksam geworden. Darin ging es gar nicht um die Beiz, sondern um die Liegenschaft, die saniert werden soll. Schürmann erkundigte sich, ob das Lokal zu haben sei – und erhielt den Zuschlag. Damit ist der Betrieb dieses Kleinbasler Kleinods gesichert. Auch die Dekoration soll grundsätzlich bleiben, wie es sich die treue Kundschaft gewohnt ist.

Das Lokal führt er zusammen mit Petra von Gunten. Der offizielle Eröffnungstermin ist am Freitag, 5. Juni. Trotz schwierigen Verhältnissen angesichts der Corona-Schutzmassnahmen will das Team gleich mit einem Mittags- und einem Abendangebot starten. «Uns ist bewusst, dass das Mittagsgeschäft zurzeit nicht einfach ist», sagt Schürmann. Dennoch seien sie überzeugt, dass Potenzial vorhanden sei. Überhaupt: Es vertrage im Kleinbasel durchaus noch Belebung auf diesem gastronomischen und damit preislichen Niveau.

Das Kleinbasel wird zum verwöhnten Stadtteil

Das bestätigt den wachsenden gastronomischen Stellenwert des früher eher als Spelunkenecke bekannten Kleinbasels. In der Rheingasse etablierte sich in den vergangenen Jahren rund um das Hotel Krafft eine gehobene Lokal- und Barszene, die Ochsengasse wird durch den «Roten Bären» verwöhnt, im «Klingeli» wirtet die Rhyschänzli-Gruppe, und auch die Wyniger-Gruppe vom Teufelhof hat sich mit dem «Ufer 7» am Rheinbord kulinarisch einen Namen gemacht.

Wenn ab kommendem Jahr das Gastro-Angebot in der Kaserne Basel anläuft, wird das Quartier definitiv zur ersten Adresse für verwöhnte Gaumen. Die ebenfalls auf dem Kasernen-Areal ansässige «Parterre»-Gruppe dehnt sich nämlich auch aus und wirtet neu im Parkrestaurant «Lange Erlen».